Kormorane haben Feinde!
Natur nimmt Einfluss auf den Bestand
Kormorane haben Feinde! Doch dies wird bis heute von Fischern und Anglern bestritten. Der NABU stellt den Behauptungen die Fakten gegenüber. Von Silbermöwe, Seeadler, Fuchs und Co. Mehr →
Prädatoren beeinflussen aber auch den Bruterfolg und damit die Bestandsgröße. Die Sterblichkeit des Kormorans ist wie bei vielen anderen Tierarten auch von derem Alter abhängig. Vögel im ersten Lebensjahr wie auch diejenigen in den folgenden ersten Jahrgängen sterben mit größerer Wahrscheinlichkeit als alte, erfahrene Tiere. In Gefangenschaft wurden einzelne Kormorane bis 23 Jahre alt. Für die freie Wildbahn ist bislang ein Alter von 18 Jahren belegt. Dieses sind jedoch Extremwerte. Der älteste in der Wallnauer Kolonie abgelesene Kormoran war in seinem zehnten Lebensjahr und stammte aus Schweden. Das mittlere Alter der bislang 18 abgelesenen Tiere fremder Herkunft liegt bei 2,5 Jahren, davon sind allein 9 vorjährige Vögel. Die beiden ältesten in Wallnau beringten Kormorane sind nunmehr sieben Jahre alt (s.u.).
Wallnauer Kormorane
Der NABU markiert seit 2006 in Wallnau nestjunge Kormorane. Von 89 in der Webcam-Kolonie in Wallnau in diesem ersten Jahr beringten Kormoranen konnten im Jahr 2013 nur noch zwei Vögel hier abgelesen werden - sie hatten damit ein Alter von sieben Jahren erreicht. Ein Teil der fehlenden Tiere mag aber noch leben und einen anderen Brutort nutzen. Mindestens fünf Tiere dieses Jahrganges sind nach Ring-Meldungen der Vogelwarte Helgoland sicher tot. Deren Funde - zumeist geschossen - erfolgten im Alter von bis zu fünf Jahren.
Der Jahrgang 2007 mit 42 beringten Vögeln erbrachte im Jahr 2013 in seinem sechsten Lebensjahr nur einen lebenden Nachweis. Ein Vogel wurde tot gemeldet. Für die folgenden Jahrgänge ist noch nicht genügend Zeit verstrichen, um verwertbare Aussagen treffen zu können.
Frühe Brüter bleiben zumeist erfolglos
Der Kormoran kann bereits zum Beginn des zweiten Lebensjahres brüten, wie Beobachtungen in Wallnau mehrfach gezeigt haben. Diese Bruten bleiben allerdings in der Regel erfolglos. Erst im dritten, teilweise auch erst im vierten Lebensjahr ziehen sie dann erstmals erfolgreich Junge auf. Über 70 % der Jungvögel eines Jahrganges erreicht nach dänischen Angaben dieses Alter jedoch nicht.
| Sterblichkeit (Mortalität) beringter, dänischer Kormorane | |
|---|---|
| 1. Lebensjahr | 40 % |
| 2. Lebensjahr | 18 % |
| 3. Lebensjahr | 13 % |
| 4. Lebensjahr und älter | 8 % |
Jahrweise geringer Bruterfolg
Auch die Prädation durch Beutegreifer in den Kolonien übt einen maßgeblichen Einfluss auf die Bestandsgröße und Verteilung der Kormorane aus. Im NABU-Wasservogelreservat Wallnau wurden so im Jahr 2011 nur rd. 10 % der Jungvögel flügge. Auch in den Folgejahren wurde nur ein kleiner Teil der Jungvögel tatsächlich flügge. Silbermöwen, Füchse und Seeadler hatten sich hier - wie Webcam-Aufnahmen zeigten - an den Eiern und Jungvögeln bedient. Auch Krankheiten tauchten auf. Adler können Kolonien schon vor Brutbeginn zum Erlöschen bringen. Steht kein Ausweichort zur Verfügung, da die Neuansiedlung von Fischern aktiv verhindert wird, kann sich dies auf den Bestand fatal auswirken.
ILu akt. 13. November 2014
Kormorane haben Feinde! Doch dies wird bis heute von Fischern und Anglern bestritten. Der NABU stellt den Behauptungen die Fakten gegenüber. Von Silbermöwe, Seeadler, Fuchs und Co. Mehr →
Der NABU liefert seit dem 1. April 2012 mit Hilfe zweier Webcams aktuelle, in HDTV-Qualität generierte Aufnahmen aus der Nord- und Südkolonie der Kormorane, nimmt aber auch die umgebende Vogelwelt mit ins Visier. Hier gibt es die Chronik zum Projekt. Mehr →
Der NABU ist aktiv, um unser Naturerbe zu erhalten. Damit Sie auch weiterhin heimische Tiere und Pflanzen erleben können, braucht der NABU Ihre Unterstützung - am Besten noch heute!
Jetzt Mitglied werden!