Schleswig-Holstein.NABU.de Natur erleben NABU-Schutzgebiete Übersicht Management der Gebiete Spätblühende Traubenkirsche
Bekämpfung der Spätblühenden Traubenkirsche
Spätblühende Traubenkirsche Prunus serotina
Neophyt verursacht Probleme im Gebietsmanagement
Spätblühende Traubenkirsche: Die Früchte werden durch Vögel weit verschleppt
Erfahrungen mit der Bekämpfung der Spätblühenden Traubenkirsche Prunus serotina in Schleswig-Holstein
In Heiden und flachgründigen Rohhumus- und Torfböden breitet sich die Spätblühende Traubenkirsche oftmals dramatisch aus. Dabei behindert die sehr vitale Gehölzart sehr massiv die Erhaltung der baumarmen Landschaft. Nachfolgend werden die Erfahrungen zusammenfassend dargestellt, die während der Jahre 1977 bis 2004 in Schleswig-Holstein (insbesondere im Hartshoper Moor, in den Naturschutzgebieten Löwenstedter Sandberge, Sorgwohlder Binnendünen, Bokelholmer Teiche, Fockbeker Moor und Wennebeker Moor gesammelt wurden. Auch im NABU Naturschutzgebiet Büchener Sander wird versucht, die Art aus dem Gebiet zu entfernen. Ziel aller Arbeiten ist das weitestgehende Zurückdrängen der Traubenkirsche aus Heiden, Dünen, Trockenrasen und Mooren, um den offenen Charakter dieser Landschaften zu erhalten.
Traubenkirschen treiben nach dem Abschneiden wieder üppig aus.
Bekämpfung: Eine Bewertung eingesetzter Techniken
Es ist schwierig, den jeweiligen Arbeits- bzw. Finanzaufwand für Maschinen in Zahlen anzugeben und damit quantifizierbar zu machen. Als Richtgröße wird eine Bearbeitungsfläche von etwa 1 ha zugrunde gelegt, die von einem Arbeitsmann in den Monaten August bis Februar in monatlich drei Arbeitstagen bewältigt werden kann. Ein quantitativer Vergleich der Arbeitsschritte ist auf die Angabe des Kalenderjahres beschränkt, ab dem jährlich weniger als 10% des jeweiligen anfänglichen Arbeitsaufwandes zu leisten sind; in den Tabellen sind die <10%-Zellen grau unterlegt. Dieses Ziel ist bei der Traubenkirsche dann erreicht, wenn die Bäume einschließlich der Wurzelbrut vollständig vernichtet sind, alljährlich nur noch einzelne neue Keimpflanzen auftauchen, sowie sporadisch übersehene Jungbäumchen in Erscheinung treten, die entweder mit dem Freischneider ausgemäht, mit dem Spaten ausgegraben oder von Hand ausgerissen werden können. Durch Intensivierung und raschere Abfolge der Arbeitsschritte kann die Zeitspanne bis zum Ausbleiben der Traubenkirsche erheblich verkürzt werden.
In den folgenden Tabellen werden die über einen Zeitraum von sechs Jahren erfolgenden Arbeitsschritte dargestellt. Ausgangszustand ist ein spontan, meistens durch Ornithochorie aufgewachsenes Prunus serotina - Gehölz auf sandigem oder torfigem Boden. In den meisten Fällen ist dieses stellenweise dicht gewachsen und weist auch eingestreute, halbwegs gehölzarme oder -freie Bereiche. Der Baumbestand (B) möge etwa 30 bis 40 Jahre alt sein. Unter dem Kronendach und in den Lichtungen ist Jungwuchs (J) aufgekommen, der aus Wurzelbrut (W) und Samen hervorgegangen ist. Unter dem Kronendach gedeiht der Jungwuchs nur kümmerlich, nach dem "Prinzip des Wartens auf die Leiche" schießt er erst nach Verschwinden des Kronendaches in die Höhe. Die Bäume produzieren alljährlich riesige Mengen an Saat (Kirschkerne). Die Saat ist mehrere Jahre lang keimfähig.
Legende: Eindämmung der Späten Traubenkirsche: Die Zellen mit einem Rest-Arbeitsaufwand von weniger als 10 % des jeweiligen Ausgangswertes sind kursiv gesetzt. FS = Freischneider, B = Bäume, W = Wurzelbrut, J = Jungwuchs.
| Bekämpfung der Spätblühenden Traubenkirsche: Methodenfolge in sechs Jahren (s. auch Legende) | ||
|---|---|---|
| A. Wasseranstau | B. Beweidung | C. Ringeln / Brand |
| Anheben des Grundwasserstandes (auf torfigem Boden) auf annähernd Flurhöhe. Anschließende Sukzessionzulassen. | Eine größere Wanderherde Moor-schnucken und Ziegen wird im Frühjahr und im Herbst in den Bestand getrieben und zu intensiver Beweidung der Traubenkirsche gedrängt. | Mittels Gasbrenner die Rinde der Bäume 50 cm breit vollständig verkohlen ("Ringeln" in VII bis III). W mit Gasbrenner verbrennen. J mit Gasbrenner brennen. Achtung: Rauchentwicklung und Brandgefahr! |
| B kümmern und sterben ab. W erlischt. J kümmert. Sukzession läuft ab. | B werden bis zu etwa 1 m Höhe entlaubt. Stämme bis ca. 20 Jahre werden teilweise geschält. Hinweis: < 10% des Stammumfanges genügen zur Versorgung der Krone bzw. der Wurzel. W wird befressen. J wird wenig befressen. | B sterben ab. W wächst ggf. erneut nach. J keimt erneut auf. W und J mit Brenner nachbehandeln. Alternativ: W+J mit FS ausmähen (VIII-XI). |
| B stehen tot. J stirbt ab. Sukzession läuft ab. | B werden bis zu etwa 1 m Höhe entlaubt. Stämme bis ca. 20 Jahre Alter werden geschält. Hinweis: Pr.ser. hat ein ausgeprägtes Wundheilungsvermögen. Neue Früchte fallen herab. W wird befressen. J wird wenig befressen. | B stehen tot. W ist erloschen. J keimt erneut auf. J mit Brenner nachbehandeln. Alternativ: J mit FS ausmähen (VIII -XI). |
| B stehen tot und verfallen. J ist abgestorben. Sukzession läuft ab. | B stehen bis 1 m Höhe kahl. Weitere Früchte fallen herab. W wird befressen. J wird wenig befressen. | B verfallen weiter. J mit FS ausmähen (VIII-XI). |
| B sind stark verfallen. Sukzession läuft ab. | B stehen bis 1 m Höhe kahl. Weitere Früchte fallen herab. W wird befressen. J wird wenig befressen. | B verfallen weiter. J keimt weiterhin in geringerem Umfang auf: Ausreißen! |
| B sind sehr stark verfallen. Sukzession läuft ab. | B stehen bis 1 m Höhe kahl. Weitere Früchte fallen herab. W wird befressen. J wird wenig befressen. | B verfallen weiter. J noch in geringer Menge neu aufkeimend: Ausreißen! |
| Bekämpfung der Spätblühenden Traubenkirsche: Methodenfolge in sechs Jahren (s. auch Legende) | ||
|---|---|---|
| D. Roundup / Baum | E. Ringeln / Mechanisch | F. Stubben ausgraben |
| An der Stammbasis in Abständen von 10 cm mittels Bohrer Löcher (6mm) um den Stamm herum, schräg von oben, bohren und Roundup (Verdünnung 1:5) einflößen (VII-IX). | B mit Beil oder Kettensäge ringsum auf 0,5 m breitem Streifen vollständig entrinden "Ringeln" (VII-III).W + J mit FS ausmähen(VIII-XI). | B absägen und die Stubben mit Spaten ausgraben. J läßt sich bisweilen ausreißen (VIII-III). Alternativ: J mit FS ausmähen (VIII-XI) oder ausgraben. |
| B treiben nur noch kärglich aus. W unterbleibt. J wächst auf. Empfehlung: J nicht mit Roundup sprühen wegen Verdriftung, sondern mechanisch mit FS ausmähen (VIII-XI). | B treiben nur minimal aus.Stockausschlag, W + J mit FS ausmähen(VIII-XI). | Im Vorjahr übersehene B absägen und die Stubben mit Spaten ausgraben. J läßt sich bisweilen ausreißen (VIII-III). Alternativ: W + J mit FS ausmähen (VIII-XI) oder ausgraben. |
| B stehen tot. W ist erloschen. J wächst auf: Mit FS ausmähen (VIII-XI). | B sind tot und verfallen.J mit FS ausmähen (VIII-XI). | Erneut aufkommenden J ausreißen oder ausgraben (VIII-III). Alternativ: W + J mit FS ausmähen (VIII-XI). |
| B verfallen. J wächst auf: Mit FS ausmähen (VIII-XI). | B verfallen stark. J ausreißen. | Erneut aufkommenden J ausreißen. |
| B verfallen deutlich. J keimt weiterhin in geringerem Umfang auf: Ausreißen! | B verfallen sehr stark.Erneut aufkommenden J ausreißen. | Erneut aufkommenden J ausreißen. |
| B sind stark verfallen. J keimt weiterhin in geringem Umfang auf: Ausreißen! | B verfallen sehr stark.Erneut aufkommenden J ausreißen. | Erneut aufkommenden J ausreißen. |
| Bekämpfung der Spätblühenden Traubenkirsche: Methodenfolge in sechs Jahren (s. auch Legende) | ||
|---|---|---|
| G. Roundup Schnittflächen |
H. Fällen / Freischneider Im ersten KJ werden die Bäume und Sträucher mittels Kettensäge abgesägt. Je nach Erfordernis können mit erheblichem Arbeitsaufwand das Stammholz und Busch aus der Fläche heraustransportiert werden. Dabei bzw. danach bieten sich die nachfolgend aufgeführten Arbeitsschritte an: |
J. Folienabdeckung Im ersten KJ werden die Bäume und Sträucher mittels Kettensäge abgesägt. Je nach Erfordernis können mit erheblichem Arbeitsaufwand das Stammholz und Busch aus der Fläche heraustransportiert werden. Dabei bzw. danach bieten sich die nachfolgend aufgeführten Arbeitsschritte an: |
| B absägen und die Schnittflächenränder mit Roundup 1:10 bestreichen (VII-IX). W + J mit FS ausmähen (VIII-XI). | B bodennahe absägen. W+J mit FS ausmähen. | B bodennahe absägen, die Schnittflächenränder abschrägen, dann 2 mm dicke PVC-Folie, z.B. 2m x 4m, darüber legen und mit Holz und Grassoden beschweren (VIII-III). |
| Die meisten B sind abgestorben oder treiben noch kümmerlich aus. Ggf. neue Schnittflächen herstellen und mit Roundup bestreichen (VII-IX). W + J mit FS ausmähen (VIII-XI). | B Stockausschlag mit FS ausmähen und dabei zugleich den Stumpf vollständig entrinden (VIII-XI).W + J mehrmals mit FS ausmähen (VIII-XI). | Die Folie liegen lassen, ggf. von Rehen o.a. durchgetretene Löcher in der Folie mit Grassoden zusätzlich abdecken. |
| Bei Misserfolg ggf. abermals neue Schnittflächen herstellen und mit Roundup bestreichen (VII-IX). W + J mit FS ausmähen (VIII-XI). | B Stockausschlag mit FS ausmähen und dabei zugleich den Stumpf vollständig entrinden (VIII-XI). W + J mehrmals mit FS ausmähen (VIII-XI). | Die Folie liegen lassen, ggf. von Rehen o.a. durchgetretene Löcher in der Folie mit Grassoden zusätzlich abdecken. |
| Bei Misserfolg ggf. abermals neue Schnittflächen herstellen und mit Roundup bestreichen (VII-IX). Erneut aufkommenden J ausreißen. | B Reste von Stockausschlag mit FS ausmähen und dabei zugleich den Stumpf vollständig entrinden (VIII-XI). W + J mit FS ausmähen (VIII-XI). | Die Folie kann abgenommen werden. Sämtliche Vegetation unter der Folie ist abgestorben.Erneut aufwachsende Keimpflanzen können leicht ausgerissen werden. |
| Erneut aufkommenden J ausreißen. | B: Den geringen ggf. noch gebildeten Stockausschlag mit FS ausmähen und dabei zugleich den Stumpf vollständig entrinden (VIII-XI). W + J mit FS ausmähen (VIII-XI). | Die Wiederbesiedlung der nackten Fläche erfolgt spontan: Sukzession oder Entwicklungsziel verfolgen. Erneut aufwachsende Keimpflanzen können leicht ausgerissen werden. |
| Erneut aufkommenden J ausreißen. | B: Kein Stockausschlag mehr gebildet.Noch aufkommenden J ausreißen. | Den weiteren Verlauf der sich entwickelnden Vegetation verfolgen. |
| Bekämpfung der Spätblühenden Traubenkirsche: Methodenfolge in sechs Jahren (s. auch Legende) | ||
|---|---|---|
|
Stubben ausreißen Im ersten KJ werden die Bäume und Sträucher mittels Kettensäge abgesägt. Je nach Erfordernis können mit erheblichem Arbeitsaufwand das Stammholz und Busch aus der Fläche heraustransportiert werden. Dabei bzw. danach bieten sich die nachfolgend aufgeführten Arbeitsschritte an: |
Stubbenfräse Im ersten KJ werden die Bäume und Sträucher mittels Kettensäge abgesägt. Je nach Erfordernis können mit erheblichem Arbeitsaufwand das Stammholz und Busch aus der Fläche heraustransportiert werden. Dabei bzw. danach bieten sich die nachfolgend aufgeführten Arbeitsschritte an: |
Methode |
| B in einer Höhe von etwa 1m absägen. Dann mittels Traktor oder Kleinbagger die Stubben herausreißen und abtransportieren. W + J mit FS ausmähen (VIII-XI). | B bodennahe absägen. Die Stümpfe mit einer Stubbenfräse aufarbeiten. W + J mit FS ausmähen. Alternativ: W+J mit einem Mulchgerät vernichten (VIII-XI). | 1. Kalenderjahr |
| Ggf. übersehene B, sowie W + J mit FS ausmähen(VIII-XI). Alternativ: Je nach Geländebeschaffenheit mit einem Mulchgerät W + J vernichten (VIII-XI). | B, Stümpfe und Stockausschlag sind nicht mehr vorhanden. W + J mit FS ausmähen.Alternativ: W+J mit einem Mulchgerät vernichten (VIII-XI). | 2. Kalenderjahr |
| J mit FS ausmähen(VIII-XI). | J mit FS ausmähen (VIII-XI) oder ausreißen. | 3. Kalenderjahr |
| J mit FS ausmähen(VIII-XI) oder ausreißen. | J mit FS ausmähen (VIII-XI) oder ausreißen. | 4. Kalenderjahr |
| J: Geringfügige Reste mit FS ausmähen (VIII-XI) oder ausreißen. | J: Geringfügige Reste mit FS ausmähen (VIII-XI) oder ausreißen. | 5. Kalenderjahr |
| J: Letzte Reste ausreißen. | J: Letzte Reste mit FS ausmähen (VIII-XI) oder ausreißen. | 6. Kalenderjahr |
Bewertung und Präferenzen
Nachfolgend wird eine Bewertungsskala unter Gesichtspunkten der Praxis angegeben:
- Ehrenamtliche Betreuung von Naturschutzgebieten
- Durchführbarkeit der Arbeiten im Einmannbetrieb
- Jahrweise steht ein eng begrenztes Budget zur Verfügung.
Dabei spiegeln die hier vorgestellten Arbeitsgänge die Ergebnisse jahrelanger Experimente wider. Eine Optimierung wird an vielen Stellen möglich sein und bliebe wissenschaftlichen Untersuchungen vorbehalten.
A. Wasseranstau
Bei gegebener Fragestellung und Beschaffenheit des Geländes ist Wasseranstau die einfachste Methode, da nach einmaligem Aufwand die Sukzession ohne weiteres Zutun läuft. Totholz kann im Laufe der Jahre vermodern.
Fazit: Sehr empfehlenswert!
B. Beweidung
Beweidung mit einer Wanderherde als allein angewandte Pflege führt nicht zum Verschwinden der Traubenkirsche. Jungwuchs wird kaum befressen. Die Beweidung ist als Grundmaßnahme geeignet, zusätzliche Maschinenarbeit oder ggf. Einsatz von Roundup ist erforderlich und wirkungsvoll.
Fazit: Bedingt empfehlenswert!
C. Ringeln/Brand
Das Ringeln mittels Flamme ist wirkungsvoll. Das Arbeiten mit Feuer ist jedoch risikoreich; es müssen mehrere Personen zugegen sein, um zumindestens das Übergreifen eines Brandes auf Nachbareigentum zu verhindern Die behandelten Bäume bleiben stehen und verfallen im Laufe der Jahre, sie behindern teilweise die Bearbeitung von Wurzelbrut und Jungwuchs mit mechanischen Verfahren.
Fazit: Wenig empfehlenswert!
D. Roundup am Baum
Die Grundsatzentscheidung wegen des Einsatzes von Herbiziden ist das größte Problem. Die Methode ist insofern besonders interessant, da sie keine schwere körperliche Arbeit erfordert, im Einmannbetrieb und ohne Maschinenlärm und -gestank vonstatten geht. Nach der Applikation darf über mehrere Tage kein Regen fallen. Bei richtiger Anwendung ist dieses eine sichere Methode, die die lästige Bekämpfung des Stockausschlags überflüssig macht. Die Bäume bleiben stehen und verfallen im Laufe der Jahre, sie behindern teilweise die Bearbeitung von Wurzelbrut und Jungwuchs mit mechanischen Verfahren.
Fazit: Empfehlenswert (Einschränkung nur wegen des Herbizideinsatzes)
E. Ringeln mechanisch
Der "Ring" muss mindestens 50 cm breit sein und den gesamten Stamm umfassen. Das Ringeln kann mit der Kettensäge oder mit einem speziellen Rindenschälgerät (als Anbauteil zu einer Kettensäge) erfolgen. Die Bäume bleiben stehen und verfallen im Laufe der Jahre, sie behindern teilweise die Bearbeitung von Wurzelbrut und Jungwuchs mit mechanischen Verfahren.
Fazit: Sehr empfehlenswert!
F. Stubben ausgraben
Nach der Kettensägenarbeit sollte das Stammholz und Geäst aus dem Gebiet geschafft werden, da es die weitere Bearbeitung erheblich erschwert. Das Ausgraben der Wurzeln von Hand ist eine der körperlich anstrengendsten Methoden der Bekämpfung aller Wuchsstadien der Traubenkirsche. Allerdings ist sie äußerst erfolgreich. Es muss abgewogen werden, ob die zahlreichen Bodenverwundungen als Nachteil oder als Vorteil zu bewerten sind. Große Mengen Wurzelholz müssen zusätzlich aus dem Gebiet geschafft weden.
Fazit: Sehr empfehlenswert (allerdings schwerste körperliche Arbeit)
Junger Bewuchs der Traubenkirsche
G. Roundup auf Schnittflächen
Nach der Kettensägenarbeit sollte das Stammholz und Geäst aus dem Gebiet geschafft werden, da es die weitere Bearbeitung des Stockauschlags, der Wurzelbrut und des Jungwuchses erheblich erschwert. Die Grundsatzentscheidung wegen des Einsatzes von Herbiziden ist das größte Problem. Nach der Applikation darf über mehrere Tage kein Regen fallen. Bei richtiger Anwendung ist dieses eine sichere Methode, die die lästige Bekämpfung des Stockausschlags überflüssig macht.
Fazit: Empfehlenswert (Einschränkung wegen des Herbizideinsatzes)
H. Fällen und Freischneiderarbeit
Es ist viel körperliche Arbeit erforderlich: Nach der Kettensägenarbeit sollte das Stammholz und Geäst aus dem Gebiet geschafft werden, da es die weitere Bearbeitung des Stockauschlags, der Wurzelbrut und des Jungwuchses mittels Freischneider nahezu unmöglich macht. Ab dem dritten Jahr kann das Gezweig liegen bleiben. Die Freischneiderarbeit ist anstrengend und muss über mehrere Jahre erfolgen. Die Methode ist mit viel schweißtreibender Arbeit, mit Lärm und Abgasen verbunden. Bei konsequenter Anwendung ist diese Methode sehr zu empfehlen, da sie rein mechanische Verfahren beinhaltet.
Fazit: Sehr empfehlenswert (allerdings viel körperliche Arbeit) !
J. Folienabdeckung
Nach der Kettensägenarbeit sollte das nicht zum Beschweren der Folie verwendete Stammholz und Geäst aus dem Gebiet geschafft werden, da es die weitere Bearbeitung der Wurzelbrut und des Jungwuchses mittels Freischneider erschwert. Das Abdecken mit Folie empfiehlt sich bei sehr lückenhaften Beständen der Traubenkirsche, da ansonsten die gesamte Fläche abgedeckt werden muss.
Fazit: Sehr empfehlenswert!
K. Stubben ausreißen
Nach der Kettensägenarbeit sollte das Stammholz und Geäst aus dem Gebiet geschafft werden, da es die weitere Bearbeitung des Stockauschlags, der Wurzelbrut und des Jungwuchses mittels Freischneider erschwert. Zusätzlich müssen große Mengen an Stubben aus dem Gebiet geschafft werden. Das Ausreißen der Stubben führt zu starken Bodenverletzungen. Allerdings ist das Verfahren äußerst erfolgreich. Es muss abgewogen werden, ob die zahlreichen Bodenverwundungen als Nachteil oder als Vorteil zu bewerten sind. Große Mengen Wurzelholz müssen aus dem Gebiet geschafft werden.
Fazit: Empfehlenswert!
L. Stubbenfräse
Nach der Kettensägenarbeit sollte das Stammholz und Geäst aus dem Gebiet geschafft werden, da es die weitere Bearbeitung der Wurzelbrut und des Jungwuchses mittels Freischneider nahezu unmöglich macht. Für den Einsatz der Stubbenfräse muß die zu bearbeitende Fläche für das schwere Zugfahrzeug mit angehängtem Fräsaggregat geeignet sein. Die Stubbenfräse häckselt den Stubben und bewirkt zudem eine nachhaltige Bekämpfung des Stockausschlags und der Wurzelbrut. Beim Fräsen eines größeren Stubbens wird etwa 0,5 m2 Boden durchwühlt und aufgelockert. Dieses kann bei dichten Traubenkirschen-Beständen insgesamt zu einer erheblichen Änderung der Bodenstruktur führen. Da die Maschine einen hohen Verschleiß hat und zumeist zwei Mann Bedienung benötigt (Traktor und eigentliche Fräse), ist der Einsatz des Gerätes sehr teuer!
Fazit: Sehr empfehlenswert!
Autor
Dr. Kuno Brehm
Ringstraße 9
24802 Emkendorf-Bokelholm
Fon=Fax 04330-430
E-mail: Brehmnatur@t-online.de
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Erfahrungsbericht: Die Bekämpfung der Traubenkirsche (400 kb)
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Problem-Schutzgebiete
NABU-Naturschutzgebiet ''Löwenstedter Sandberge''
Das Naturschutzgebiet "Löwenstedter Sandberge" stellt den Rest einer weiten Heidelandschaft mit Übergang zu einem Hochmoor dar. Nach 28 Jahren intensiver Pflege bei gleichzeitiger Bekämpfung der Spätblühenden Traubenkirsche bietet das Gebiet heute außer den schönen, vielgestaltigen Wacholdern ein farbiges Mosaik von Krähenbeerheide, Besenheide und Pfeifengras auf den Kuppen, sowie Pfeifengras, Wollgras, Gagelstrauch und Einzelbirken im östlichen Moorteil.
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