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Schweinswale
Schweinswale
Bedrohte Delphinart in der Ostsee
Foto: Florian Graner, www.sealife-productions.com
Wer heute die Ostsee mit seinem Segelboot befährt, kann mit einigem Glück noch einzelne Individuen einer Tierart entdecken, die früher zahlreich das Gebiet besiedelte und ein Unkundiger hier nicht vermutet hätte: Delphine, genauer - Schweinswale.
Historisches
Alfred Brehm schreibt noch 1877 in seinem Thierleben: "Als die eigentliche Heimat des Braunfisches ist der ganze Norden des atlantischen Weltmeeres von Grönland bis Nordafrika, einschl. der Ostsee anzusehen
Sunde und Straßen, Buchten und Fjorde bilden sein liebstes Jagdgebiet."
Die Hambuger Zoologin Erna Mohr berichtete noch 1935, dass die "Schweinsfische" meist in größeren Scharen beisammen schwammen und sich nicht selten in der Nähe kurender Fischerboote aufhielten.
Jährlich verenden Hunderte Schweinswale in Nord- und Ostsee in Stellnetzen der Fischerei; Foto: Dr. Pfander
Seit der Jahrhundertwende schrumpften die Bestände der Schweinswale immer mehr zusammen. Heute ist diese den Küstenbereich bevorzugende Art vor allem durch zunehmende Meeresverunreinigung und durch den unbeabsichtigten Fang in Grundstellnetzen in ihrem Bestand bedroht.
Steigendes Interesse
Erst mit Beginn der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts rückte der Schweinswal als bedrohte Tierart in den Mittelpunkt des allgemeinen Interesses. Zahlreiche Gruppen engagieren sich heute für den Schutz der Schweinswale, so auch die GSM (Gesellschaft zum Schutz der Meeressäugetiere).
Besonders bedroht erscheinen die Tiere der Ostsee, die aufgrund von Schädelmerkmalen und DNA Typisierungen vermutlich sogar genetisch von den Beständen der Nordsee isoliert sind.
Während der letzten 50 Jahre sollen die Bestände dieser Kleinwale stark zurückgegangen sein. Die Gründe für den Rückgang sind bis heute nicht eindeutig geklärt. Man ist auf Mutmaßungen angewiesen, da zum einen keine Zahlen oder Abschätzungen des Bestandes vor 1950 existieren. Zum anderen sind wegen der geringen Dichte der Schweinswale in der Ostsee exakte Aussagen zur Größe der Population durch Hochrechnungen statistisch schwierig abzusichern.
Foto: Florian Graner, www.sealife-productions.com
Beschreibung
Der Schweinswal ist einer der kleinsten Zahnwale. Er besitzt einen eleganten, spindelförmigen Körper. Dieser ist wohl proportioniert, der Kopf ohne Schnabel. Das Blasloch liegt kurz vor der Augenlinie. Die kaum sichtbaren Öffnungen der Gehörgänge liegen in etwa in gleichem Abstand hinter den Augen wie zum Mundwinkel. Vom Mundwinkel zieht ein dunkler Streifen bis zum Ansatz der blattförmigen, dunklen, an den Enden leicht gerundeten Brustflossen oder Flipper. Die Rückenfinne ist dreieckig mit einer leicht konkaven Hinterseite und abgerundeter Spitze. Kennzeichnend ist auch ein leicht abgeplatteter Schwanzkiel, der in eine schmale, sichelförmige, dunkle Fluke übergeht, mit abgerundeten Enden und einer deutlichen Einkerbung.
Der Bauch ist hell, der Rücken dunkel bis tief schwarz. Die Farbintensität variiert sehr stark, selten gibt es melanotische (schwarze) Farbvarianten, noch seltener ist Albinismus (weiße Tiere).
Schweinswale besitzen charakteristische, spatelförmige Zähne mit einer verbreiterten, blattartigen Krone. Im Oberkiefer befinden sich zwischen 44 und 56, im Unterkiefer zwischen 42 und 52 Zähne. Charakteristisch sind auch "Tuberkel", d. h. kleine Erhebungen an der Vorderseite der Brustflosse (Flipper) und der Rückenfinne.
Ihre Mithilfe ist erwünscht: Schweinswalbeobachtungen melden!
Jede Sichtung hilft, mehr über Bestand und Verhalten zu erfahren
Melden Sie, wenn Sie Schweinswale sichten. Die Projektpartner interessiert, wann Sie diese Tiere sahen (bitte genaue Uhrzeit angeben), wo Sie Schweinswale sichteten (möglichst genaue Lokalisation, evtl. Angabe der geographischen Länge und Breite), wie viele Tiere Sie sichteten und wie lange Sie die Schweinswale bei welchen Wetterbedingungen beobachten konnten.
Genauere Informationen zur Zählmethodik können Sie der Homepage der GSM - Gesellschaft zum Schutz der Meeressäugetiere entnehmen. Die gesammelten Daten werden zentral ausgewertet und veröffentlicht.
Zum Zählbogen ...

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