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NABU-Schutzgebiet und Zentrum "Schafberg / Hamburger Hallig"
NABU-Schutzgebiet "Hamburger Hallig" und "Claus-Jürgen-Reitmann-Haus"
NABU-Nationalparkstation: Treff auf dem Schafsberg
Neue NABU Nationalparkstation auf dem Schafsberg
Alte nordfriesische Geschichte
Der Name des vom NABU betreuten Schutzgebietes "Hamburger Hallig" ist ein Hinweis auf seine alte nordfriesische Geschichte. Er erinnert an die ersten Besitzer, die Gebrüder Amsinck aus Hamburg. Sie erwarben 1624 das Deichrecht für einen Teil des Vorlandes der Insel Strand und bedeichten einen Koog. In einer gewaltigen Sturmflut zehn Jahre später ging die Insel größtenteils unter. Nur die Warft der "Hamburger" blieb als kleine Hallig erhalten. Dieses Ursprungsgebiet des heutigen Schutzgebietes innerhalb des Nationalparks "Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer" wurde durch einen Damm mit dem Festland erst 1885 endgültig verbunden.
Nonnen- oder Weißwangengänse
Faszination Vogelzug
Die Anschlickungen zu beiden Seiten des Dammes bilden heute große, ökologisch wertvolle Flächen und sind ein selten gewordener Lebensraum.
Die Beobachtung des alljährlichen Zuggeschehens in den Küstenregionen ist für zahlreiche Bewohner und Besucher dieses Lebensraumes immer wieder ein faszinierendes Erlebnis. Im Wattenmeer konzentrieren sich zu den Zugzeiten im Herbst und Frühjahr die größten Vogelbestände unseres Landes.
Im arktischen Bereich von Grönland bis Sibirien liegt das Einzugsgebiet der meisten unserer Küstenvögel.
Die Weißwangen- oder Nonnengans Branta leucopsis prägt im Frühjahr im Wattenmeer das vogelkundliche Geschehen. Sie gehört zu den Meeresgänsen, die durch die Bindung an die dem Deich vorgelagerten Salzwiesen in der Wahl ihres Lebensraumes stark eingeschränkt sind.
Am Amsinckhaus stehen Fahrräder für den Ausflug zur Hallig bereit.
Weit gereist: Nonnengänse
Das Brutgebiet der das Wattenmeer passierenden Nonnengänse liegt vornehmlich auf der Insel Nowaja Semlja und der Halbinsel Waigatsch, im Bereich Nordwest-Sibirien. Seit einigen Jahren brüten aber auch einige Paare im Wattenmeerbereich. Der Rückflug in die nordwesteuropäischen Winterquartiere vollzieht sich in Etappen. Anfang Oktober erreichen die ersten Familienverbände wieder das nordfriesische Wattenmeer.
Entsprechend den Wetterverhältnissen verlagern sich im Winter die Aufenthaltsorte weiter westwärts, bis in den Süden der Niederlande und vor die belgische und französische Küste.
Strandflieder
Salzwiesen
Salzwiesen - ein weltweit seltener Lebensraum. Den Gästen an der schleswig-holsteinischen Wattenmeerküste ist oftmals nicht bewusst, daß "Watten" in dieser Ausprägung nur an wenigen Stellen der Erde anzutreffen sind. Unter dem Wattenmeer verstehen wir den Übergangs-Lebensraum zwischen Meer und Land, der im Laufe einer Tide bei auflaufendem Wasser überflutet und bei Ebbe wieder trocken fällt.
In wasserberuhigten Flachwasserzonen kann das auflaufende Meer seine organische Fracht ablagern. Durch die Sinkstoffe wächst der nährstoffhaltige Schlickboden aus dem Bereich der Niedrigwasserlinie heraus, die Besiedlung mit salzwasserverträglichen Pflanzen beginnt. So entsteht eine Salzwiese - ein Vorgang, der Jahrzehnte dauert.
Vorland bei Flut
Brutvögel
Nicht nur vom Deich und den Warften aus, sondern auch auf dem Weg durch das Deichvorland, sind während der Sommermonate die ständigen Brutvogelarten häufig zu sehen: Austernfischer Haematopus ostralegus, Säbelschnäbler Recurvirostra avosetta, Kiebitz Vanellus vanellus, Rotschenkel Tringa totanus, Sandregenpfeifer Charadrius hiaticula, Silber-, Lach- und Sturmmöwe Larus argentatus, L. ridibundus, L. canus.
Durchzügler
Auf den großen Flächen sind als Durchzügler oder Nichtbrüter anzutreffen: Grünschenkel Tringa nebularia, Dunkler Wasserläufer T. erythropus, Großer Brachvogel Numenius arquata, Ufer- und Pfuhlschnepfe Limosa limosa, L. lapponica, Knutt Calidris canutus und Alpenstrandläufer C. alpina, Steinwälzer Arenaria interpres, Gold- und Kiebitzregenpfeifer Pluvialis apricaria, P. squatarola.
Gaststätte Halligkroog
Anfahrt
Das Schutzgebiet "Hamburger Hallig" im Nationalpark ist von der Stadt Bredstedt etwa 10 km entfernt. Der Besucher verlässt bei der Anfahrt die von Husum kommende B5 etwa 1 km nördlich von Bredstedt in Richtung Bordelum. Nach etwa 1,5 km ist bereits die erste Ausschilderung für das Gebiet an einer Abzweigung auf der linken Straßenseite zu finden.
Durch den Sönke-Nissen-Koog führt eine kleine asphaltierte Straße bis zum Parkplatz vor dem Deich.
Amsinck-Haus (Info-Zentrum des Zweckverbandes Hamburger Hallig)
Amsinck-Haus
Hier kann man sich auch im neuen Amsinck-Haus über die Region und das Gebiet vor dem Deich informieren.
Von hier aus, über den Deich, sind es bis zur ersten Warft mit der Unterkunft des Naturschutzwartes noch zwei Kilometer, bis zur vorderen Warft insgesamt 4,5 km.
Es ist ein schöner Weg durch die Weite des Vorlandes, der zu Fuß oder mit dem Fahrrad erlebt werden sollte.
Landunter
Kontakt
NABU Schutzgebietsreferenten
Rainer Rehm
Lehmkuhlenweg 5
25856 Hattstedt
Tel. 04846-601722
Ulli Fiedler
Wiesenstr. 6
25821 Bredstedt
Tel. 04671-3551
Fax 04671-931161
Claus-Jürgen-Reitmann-Haus: Tel. 04671-6268
E-Mail: Hamburger.Hallig@NABU-SH.de
Weitere Infos zum Wattenmeer-Nationalpark ...
Salzwiesen
Salzwiesen in Schleswig-Holstein sind in ihrer Zusammensetzung und Größe weltweit einzigartig. Lange bevor Menschen diesen Lebensraum für sich entdeckten, haben Tiere und Pflanzen sich an diesen Extremstandort angepasst und ein eigenes Ökosystem gebildet. Nach der Besiedlung durch den Menschen war dieser Lebensraum ernsthaft bedroht.
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Nach der Errichtung des "Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz" am 1. Januar 2008 ist der NABU zuversichtlich, dass dem Schutz des Wattenmeers im Nationalpark auch zukünftig eine hohe Priorität im Verwaltungshandeln der neuen Landesbehörde eingeräumt wird. "Wo Nationalpark draufsteht, muss auch zukünftig Nationalpark drin sein", gab NABU-Landesvorsitzender Hermann Schultz als Leitlinie aus.
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