Schleswig-Holstein.NABU.de Natur erleben NABU-Schutzgebiete Übersicht Geest einschließlich Moore, Heiden etc.
NABU-Naturschutzgebiet ''Büchener Sander''
NABU-Naturschutzgebiet "Büchener Sander"
Magerrasen und Grasheidefluren
Wespenspinne (Foto: Ludwichowski)
Das rd. 100 ha große Naturschutzgebiet "Büchener Sander" dient der Sicherung des Lebensraumes und der Entwicklung früher für das Gebiet charakteristischer Lebensgemeinschaften der mageren, wärmeliebenden Magerrasen- und Grasheidefluren mit zahlreichen gefährdeten Pflanzen- und Tierarten, von denen einzelne vom Aussterben bedroht sind.
Die Sanderfläche liegt im Südosten des Kreises Herzogtum Lauenburg und wurde 1991 als Naturschutzgebiet ausgewiesen.
Die Fläche steht im Eigentum der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein. Das Gebiet wird vom NABU Büchen betreut. Dieser hatte sich schon seit Beginn der 80er Jahre für eine Unterschutzstellung eingesetzt, nachdem Planungen verschiedener Investoren (u.a. "Reiterdorf", "Freizeit Büchen", "Feriendorf") gescheitert waren und die ehemalige Ackerfläche sich allmählich zu einem wertvollen Magerrasen entwickelt hatte.
Allgemein bekannt ist, dass Feuchtgebiete schützenswerte Lebensräume sind. Dass das entgegengesetzte Extrem - Trocken- und Magerrasen - ebenfalls eine hohe Bedeutung für den Naturschutz haben, ist längst nicht ins allgemeine Bewusstsein gelangt.
Im Winter besuchen Raubwürger das Gebiet (Foto: Ingo Ludwichowski)
Kennzeichen eines Magerrasens
- Mangel an Nährstoffen
Magerrasen entwickeln sich aus sandigen, außerhalb Schleswig-Holsteins auch auf felsigen Böden. Es gibt an solchen Plätzen nur wenig Nährstoffe für Pflanzen. Da die Flächen meist ungedüngt bleiben, unterbleibt auch der Nährstoffnachschub von außen, so dass sich die Pflanzen auf diese dauerhafte "Hungersituation" einstellen müssen. - Trockener Standort
Der wasserundurchlässige Untergrund speichert kaum Niederschlag. Er trocknet deshalb insbesondere im Sommer stark aus. Aus diesem Grunde herrschen langsam wachsende, ausdauernde krautige Pflanzen oder schwach verholzte Formen vor. Viele Arten haben Rollblätter, starke Behaarung, einen hohen Wurzelanteil im Verhältnis zu den Sprossen oder viel Versteifungsgewebe als Anpassung an die Trockenheit. - Hohe Temperaturunterschiede
Tagsüber erhitzen sich die offenen Flächen sehr, nachts kühlen sie stärker als die Umgebung aus. Die Flora und Fauna muss sich deshalb auf hohe Temperaturdifferenzen einstellen. - Artenreicher Bewuchs
Magerrasen zählen zu den schönsten Wiesengesellschaften. Von März bis September blühen mannigfaltige Kräuter und Gräser. Der hohe Blütenanteil gibt dem Magerrasen sein Gepräge und zieht große Mengen an Hautflüglern, Käfern, Fliegen, Schmetterlingen und anderen Kleintieren an.
Rundblättrige Glockenblume (Foto: Ingo Ludwichowski).
Pflege notwendig
Die beiden letztgenannten Bedingungen bleiben nur erhalten, wenn die Flächen gelegentlich gemäht oder beweidet werden. Sonst verdrängen höher wachsende Sträucher oder Bäume die lichthungrige Gras- und Krautflora. In der "Entkusselung", d. h. in der Entfernung aufkommenden Gehölzbewuchsesliegt also ein wesentlicher Schwerpunkt der Arbeit des NABU Büchen.
Insbesondere die Bekämpfung der Amerikanischen / Spätblühenden Traubenkirsche steht bei Pflegemaßnahmen im Vordergrund. Aber auch Kiefer, Birke und in manchen Bereichen sogar Pappeln breiten sich immer wieder aus und sollen zurück gedrängt werden. Versuche, dies durch Beweidung mit einer Schafherde zu erreichen, blieben weitgehend erfolglos, so dass immer wieder zu Motorsense und -säge gegriffen werden muss. Ohne die regelmäßige Hilfe der Teilnehmer und Teilnehmerinnen des "Freiwilligen Ökologischen Jahres" hätte diese teilweise sehr frustrierende Arbeit wohl schon längst aufgegeben werden müssen.
Büchener Sander (Foto: K.-H. Weber)
Viele der für den Magerrasen des Büchener Sanders typischen Pflanzen- und Tierarten stehen in den Roten Listen und sind teilweise bundesweit gefährdet. An Pflanzenarten findet man z. B. Silbergras, Sandsegge, Hasenpfötchen-Klee, Feldbeifuß, Sandstrohblume, Grasnelke, Rundblättrige Glockenblume, Bergsandglöckchen, Ackerhornveilchen und Hungerblume. Eine botanische Besonderheit stellt auch die auf dem Sander in einigen Exemplaren vorkommende Wildbirne dar, die sich durch Dornen an den Enden der Kurztriebe deutlich von ihren kultivierten Verwandten unterscheidet.
Was die Tiere anbetrifft, bleibt der Platz an der Sonne - dem menschlichen Auge oft verborgen - überwiegend der Kleinfauna vorbehalten. Es sind vor allem Wildbienen, Wespen, Käfer, Wanzen, Heuschrecken, Spinnen, Ameisen und Schmetterlinge, die Boden und Krautschicht bevölkern. Natürlich kommen auch die Vogelarten der Offenlandschaft wie Heidelerche, Feldlerche und Rebhuhn vor.
Angesichts der Vielfalt und Seltenheit der Flora und Fauna bleibt zu hoffen, dass die Kraft und das Engagement der Mitglieder des NABU Büchen weiterhin anhalten möge, um die nicht immer einfache Pflege dieses Natur-Kleinods und damit dessen spezifische, zwischenzeitlich vom Aussterben bedrohten Lebensgemeinschaften zu sichern und so den Lebensraum dauerhaft zu erhalten.
Blütenaspekt (Foto: K.-H. Weber)
Kontakt
NABU-Schutzgebietsreferent
Karl-Heinz Weber
Kanalstr. 6
21514 Siebeneichen
Tel. 04158-651
email KHPEW@web.de
Schutzgebietsverordnung
Der Blick ins Schutzgebiet ...
Größere Kartenansicht
Weitere Informationen
Bekämpfung der Spätblühenden Traubenkirsche
Vielerorts breitet sich die Spätblühende Traubenkirsche dramatisch aus. Dabei behindert die vitale Gehölzart den Erhalt der baumarmen Landschaft. Nachfolgend werden die Erfahrungen zusammenfassend dargestellt, die von 1977 bis 2004 in Schleswig-Holstein gesammelt wurden.
Mehr

NABU Regional
Service
E-Cards
Podcasts
Ab sofort gibt es den NABU zum Hören. Vogelstimmen, Musik und Interviews machen den Podcast zu einem wahren Vergnügen fürs Ohr.
Desktopmotive
Verbandsnetz
Kindergeburtstag mal anders feiern
Der Geburtstag steht bevor, doch noch keine Idee, was man mit den Kindern machen kann? Die Antwort: Der NAJU-Naturgeburtstag! Mehr
„Betrifft: Natur“, Januar 2012
Das NABU-Magazin als Download Mehr
Umweltethik
Vom Eigenwert der Natur: Broschüre jetzt herunterladen! (0,9 MB) Mehr
NABU-Aktion: Europa sagt Nein zur festen Beltquerung!
Machen Sie mit - Helfen Sie unseren Zugvögeln! Mehr
Vogel des Jahres 2012
Die Dohle ist Vogel des Jahres 2012. Erfahren Sie mehr über einen bedrohten Bewohner unserer Dörfer und des Grünlands. Mehr
Wer ist schon da?
Beobachten Sie tagesaktuell die Fledermaus- Aktivitäten in der Segeberger Kalkberghöhle! Mehr
