Gravierendste Auswirkungen auf die Natur abgewendet
Gemeinsame Vereinbarung von NABU, BUND und Verkehrsministerium zum A20-Abschnitt bei Bad Segeberg
Die Segeberger Kalkberghöhlen sind das größte Winterquartier für Fledermäuse in Nordeuropa (im Bild eine Bechsteinfledermaus). Der geplante A20-Abschnitt sowie nachgelagerte Bauprojekte wie Gewerbegebiete gefährden die traditionellen Flugkorridore, die für die An- und Abwanderung der Tiere essenziell sind. Eine gemeinsame Vereinbarung von Land und Umweltverbänden soll Besserung bringen. - Foto: Klaus Bogon
NABU und BUND Schleswig-Holstein haben nach intensiven Verhandlungen mit dem Landesverkehrsministerium eine Vereinbarung zum geplanten Neubau der A20 im Abschnitt Bad Segeberg erzielt. Damit kommen die seit Mai laufenden Gespräche zwischen Land und Umweltverbänden zu einem Abschluss. Der NABU bewertet das Ergebnis als wichtigen Teilerfolg für den Naturschutz, wenngleich nicht alle Bedenken ausgeräumt werden konnten.
Besonders betroffen von dem Bauvorhaben sind verschiedene Fledermausarten, darunter die Bechstein- und die Fransenfledermaus. „Die herausragende Bedeutung der Segeberger Kalkberghöhlen als größtes Winterquartier für Fledermäuse in Nordeuropa stellt den Artenschutz vor besondere Herausforderungen“, erläutert Stefan Lüders, Leiter der NABU-Landesstelle Fledermausschutz. Der geplante Autobahnabschnitt sowie nachgelagerte Bauprojekte wie Gewerbegebiete gefährden die traditionellen Flugkorridore, die für die An- und Abwanderung der Tiere essenziell sind. „Für den Schutz der Fledermäuse sind durchgehende Dunkelkorridore und geeignete Strukturen zwingend erforderlich“, betont Lüders.
Die Vereinbarung sieht daher unter anderem die Gründung einer Stiftung vor, die gezielt Grundstücke sichert, um die Erreichbarkeit der Kalkberghöhle für Fledermäuse auch künftig zu gewährleisten.
Dank des langjährigen Engagements des NABU und fundierter wissenschaftlicher Gutachten ist bekannt, welche Flächen für den Schutz der Flugkorridore besonders relevant sind. Der NABU wird sich gemeinsam mit dem BUND in der Stiftung engagieren und sein Fachwissen aktiv einbringen. Die Fledermausschützer des NABU sehen den anstehenden Gesprächen mit den betroffenen Gemeinden optimistisch entgegen und hoffen auf breite Unterstützung für den Erhalt der wichtigen Korridore. Erste positive Signale gab es bereits im Rahmen der Verhandlungen. Die Vereinbarung enthält darüber hinaus weitere Maßnahmen, die dem Schutz der Trave und der ökologischen Aufwertung der angrenzenden Waldhänge im Westen von Bad Segeberg dienen.
„Mit dieser Vereinbarung haben wir konstruktiv an einer Lösung im Spannungsfeld zwischen Naturschutz, wirtschaftlichen Interessen und den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger von Bad Segeberg mitgewirkt – so, wie wir es versprochen haben. Das Engagement von BUND und NABU zeigt, welchen Mehrwert die Beteiligung von Umweltverbänden in solchen Prozessen leisten kann“, erklärt Alexander Schwarzlose, Vorsitzender des NABU Schleswig-Holstein. Auch wenn nicht alle negativen Auswirkungen des Autobahnneubaus auf Umwelt und Klima verhindert werden konnten, ist es gelungen, die gravierendsten Folgen für den Naturschutz im Abschnitt 3 deutlich abzumildern.
Der NABU Schleswig-Holstein dankt dem BUND Schleswig-Holstein für die enge und konstruktive Zusammenarbeit.
AS/RED, 12.11.2025
