Neue Agrarministerin – neue Wege?
NABU Schleswig-Holstein blickt hoffnungs- und erwartungsvoll auf die neue Agrarministerin Cornelia Schmachtenberg
Monokultur in der Landwirtschaft - hier Maisanbau an einer Gewässerkante - ist einer der Gründe für das anhaltende Insektensterben. Der intensive Einsatz von Düngemitteln trägt zudem erheblich zur weiteren Verschlechterung der Qualität der Gewäser und Meere in Schleswig-Holstein bei. Der NABU erhofft sich von der neuen Landwirtschaftsministerin, dass sie Brücken zu mehr Miteinander mit der Landwirtschaft baut, um diese Probleme wirksam anzugehen. - Foto: Thomas Behrends
Vor kurzem hat Cornelia Schmachtenberg die Nachfolge von Werner Schwarz als Ministerin für Landwirtschaft, ländliche Räume, Europa und Verbraucherschutz angetreten. Der NABU Schleswig-Holstein blickt hoffnungsvoll auf diesen Wechsel und hegt Erwartungen an die neue Ministerin.
Bislang war Cornelia Schmachtenberg vor allem als umweltpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion in Erscheinung getreten. „Wir hatten in der jüngeren Vergangenheit bereits gute Gespräche geführt und hoffen, daran anknüpfen zu können,“ berichtet Alexander Schwarzlose, Landesvorsitzender des NABU Schleswig-Holstein. „Und wir haben das Vertrauen darin, dass Cornelia Schmachtenberg als umweltpolitischer Sprecherin die Hintergründe des Artensterbens bekannt sind und sie sich der Dringlichkeit der Thematik bewusst ist.“
Zum Arbeitsbereich der Ministerin gehören unter anderem die Landwirtschaft und die Forstwirtschaft. „Beide sind auf intakte Ökosysteme angewiesen, um dauerhaft lebensfähig zu sein.“ erklärt Fritz Heydemann, Mitglied im NABU-Vorstand und Fachmann für Landwirtschaft und Forstwirtschaft. In der Tat sind die Herausforderungen groß. „Das Artensterben schreitet vor allem in der Insektenwelt immer weiter voran. Ohne Wandel in der Landwirtschaft werden wir diesen Prozess nicht stoppen können,“ so Heydemann. „Und solange im bisherigen Ausmaße Düngemittel eingesetzt werden, wird sich die schlechte Qualität der schleswig-holsteinischen Gewässer und der Ostsee und der Nordsee nicht verbessern.“
Daneben geben unter anderem die Biodiversitätsstrategie SH, die EU-Wiederherstellungsverordnung und die EU-Wasserrahmenrichtlinie Ziele vor, für die in Schleswig-Holstein noch erhebliche Kraftanstrengungen erforderlich sein werden. „Um diese Ziele zu erreichen, braucht es mehr Wege des Miteinanders. Wir wünschen uns von der neuen Agrarministerin, dass sie Brücken bauen wird. Wir werden, wie auch bisher, dazu beitragen, tragfähige Pfeiler für diese Brücken zu errichten.“ ergänzt Schwarzlose. Stolz verweist der Landesvorsitzende auf die Kooperationen des Michael-Otto-Instituts im NABU (MOIN) mit 150 Landwirt*innen.
Der NABU Schleswig-Holstein wünscht Ministerin Schmachtenberg gutes Gelingen!
AS/RED 11.11.2025
