Brand auf der Vogelinsel Trischen - Naturschutzwart wohlauf
Vogelwärter-Hütte restlos niedergebrannt – Brand auf einer Dünenfläche konnte gelöscht werden – Schäden für die Natur noch nicht absehbar
In der Nacht zum 9. Juli 2026 ist die Trischenhütte vollständig niedergebrannt - Foto: Kreisfeuerwehrverband Dithmarschen
Auf der Vogelinsel Trischen im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer hat es in der Nacht vom 8. zum 9. Juli einen Brand gegeben. Der NABU-Naturschutzwart, einziger Bewohner der Insel, wurde evakuiert und hat den Vorfall unbeschadet überstanden. Die Hütte brannte restlos nieder, Schäden für die Natur sind gegenwärtig noch nicht absehbar.
Die Vogelinsel Trischen im Wattenmeer wird seit Jahrzehnten durch den NABU Schleswig-Holstein betreut. Jedes Jahr entsendet der Verband eine Person als Naturschutzwart, die dort mehrere Monate das Brutgeschehen verschiedener Vögel dokumentiert und sich um die Natur auf der Insel kümmert. Naturschutzwart in der laufenden Saison ist David Grupp. Untergebracht war der NABU-Mitarbeiter in einer Hütte auf Stelzen, dem einzigen Gebäude auf der Insel.
Gestern Abend gegen 22.30 Uhr brach in der Hütte ein Feuer aus. Die Ermittlungen zur Brandursache dauern an. Die sofort unternommenen Löschversuche des Naturschutzwartes blieben leider erfolglos. Die Feuerwehr konnte ebenfalls nicht rechtzeitig eingreifen, um den Brand des Gebäudes einzudämmen. Die Hütte brannte vollständig nieder. David Grupp wurde evakuiert und vorsorglich ins Westküstenkrankenhaus Heide gebracht, das er nach kurzer Zeit wieder verlassen konnte. Körperliche Schäden trug er nach eigener Aussage nicht davon.
Das Feuer war von der Hütte auf die angrenzende Wiesenfläche übergegangen, konnte jedoch alsbald kontrolliert und gelöscht werden. Die Schäden für die Natur auf der Insel sind noch nicht absehbar, die Ermittlungen zur Bandursache dauern an. - Foto: Kreisfeuerwehr Dithmarschen
Das Feuer dehnte sich auf eine angrenzende Dünenfläche aus, konnte jedoch von den mit einem Hubschrauber auf die Insel gebrachten Einsatzkräften der Feuerwehr alsbald kontrolliert und gelöscht werden. Zurück blieb eine verkohlte Fläche im Umkreis von 20 Metern um die Hütte. Der NABU-Ornithologe ist jedoch zuversichtlich, dass dabei zumindest keine Vögel zu Schaden kamen – eine spätere Begehung wird genauere Erkenntnisse bringen. Und David Grupp ist fest entschlossen, seine vogelkundliche Arbeit bald wieder aufzunehmen. Wann und wie das geschehen kann, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch ungewiss.
„Wir werden in jedem Fall eine neue Hütte errichten und unsere Arbeit auf Trischen fortsetzen wollen", stellt Alexander Schwarzlose, Landesvorsitzender des NABU Schleswig-Holstein, klar. „Es ist ein schwerer Schlag für uns. Aber wer wüsste besser als wir Naturschützerinnen und Naturschützer, wie man nach einem Rückschlag wieder aufsteht und weitermacht."
Pressebilder des Kreisfeuerwehrverbandes Dithmarschen stehen hier zum Download bereit: https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/68036/6311028
09.07.2026 AS, EK
