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„Landwirtschaft mit Zukunft braucht gesunde Natur“

Schleswig-holsteinische Verbände legen Empfehlungen für GAP ab 2028 vor

Die Verbände fordern die Landesregierung auf, sich in Bund und EU dafür stark zu machen, dass GAP-Gelder künftig konsequent dazu beitragen, Natur zu schützen, die Klimakrise abzumildern und vor allem jene Betriebe zu sichern, die die Agrarwende unterstützen.

Ökologische Landwirtschaft - Foto: Ingo Ludwichowski

Ökologische Landwirtschaft - Foto: Ingo Ludwichowski

Zu Beginn der Agrarminister*innenkonferenz am 18. März 2026 in Bad Reichenhall legen Umwelt- und Agrarverbände in Schleswig-Holstein gemeinsam mit der Landesnaturschutzbeauftragten Empfehlungen für die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) ab 2028 vor. Die Verbände fordern die Landesregierung und die Landwirtschaftsministerin auf, sich in Bund und EU dafür stark zu machen, dass GAP-Gelder künftig konsequent dazu beitragen, Natur zu schützen, Klima zu stabilisieren und die landwirtschaftlichen Existenzen, die die Agrarwende unterstützen, zu sichern. Landwirtschaft mit Zukunft braucht gesunde Natur. Ohne biologische Vielfalt, sauberes Wasser und gesunde Böden gibt es langfristig keine Ernährungssicherheit – darin sind sich alle Verbände einig.


Dr. Juliane Rumpf, Landesnaturschutzbeauftragte Schleswig-Holstein:

„Die Landwirtschaft hat eine besondere Verantwortung und Schlüsselrolle beim Erhalt unserer Lebensgrundlagen. Sie kann wesentlich zur Lösung der Biodiversitätskrise beitragen. Die GAP ab 2028 muss Betriebe gezielt und einkommenswirksam dabei unterstützen. Gesellschaftliche Leistungen für gesunde Böden, sauberes Wasser und Artenvielfalt angemessen honorieren, nur so können öffentliche Gelder verantwortungsvoll eingesetzt werden.“


Dietmar Ulbrich, Landesvorsitzender Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Landesverband Schleswig-Holstein (BUND SH): 

„Wer heute in Böden, Wasser und biologische Vielfalt investiert, verhindert die Krisen und Kosten von morgen. Eine starke, naturschutzorientierte GAP ist gelebte Vorsorgepolitik – für Bäuerinnen und Bauern ebenso wie für kommende Generationen. Die schleswig-holsteinische Landwirtschaftsministerin sollte sich in der AMK und gegenüber Bund und EU klar für eine naturverträgliche GAP ab 2028 positionieren.“


Dr. Peter Boysen, Vorsitzender Bioland Landesverband Schleswig-Holstein, Hamburg und Vorsitzender der Landesvereinigung der ökologischen Anbauverbände in Schleswig-Holstein und Hamburg (LVÖ e.V.): 

„Ökobetriebe zeigen seit Jahren, wie klima- und naturverträgliche Landwirtschaft funktionieren kann – aber diese Mehrleistungen tragen sich nicht von allein über den Markt. Die GAP ab 2028 muss Ökolandbau deutlich stärker und planungssicher honorieren, wenn sie glaubwürdig von ‚öffentlichem Geld für öffentliche Leistungen‘ sprechen will.“


Prof. Dr. Holger Gerth, Vorsitzender Landesnaturschutzverband Schleswig-Holstein (LNV SH): 

„Knicks, Säume und Gewässerrandstreifen sind die grünen Adern unserer Kulturlandschaft – ohne sie trocknet die Vielfalt aus. Die GAP ab 2028 muss solche Strukturen gezielt fördern, sonst verlieren wir das Gesicht unserer Landschaft und die Lebensräume vieler Arten.“


Florian Liedl, Vorsitzender Bundesverband Beruflicher Naturschutz (BBN), Regionalgruppe Schleswig-Holstein: 

„Biodiversität ist kein Nice-to-have! Es geht um unsere Existenz und unsere Lebensgrundlagen, weil wir Menschen ein Teil der Natur sind! Eine GAP, die Wiederherstellung von Lebensräumen und klare ökologische Leitplanken finanziert, ist die beste Versicherung gegen Ertragsausfälle und Klimarisiken.“


Katrin Kolbe, Geschäftsführung Bündnis Eine Welt Schleswig-Holstein e.V.:

„Wie wir Landwirtschaft in Europa fördern, beeinflusst auch Menschen und Ökosysteme weltweit. Eine Gemeinsame Agrarpolitik, die Natur schützt und nachhaltige Betriebe stärkt, ist deshalb auch ein Beitrag zu globaler Ernährungsgerechtigkeit. Öffentliche Gelder müssen konsequent so eingesetzt werden, dass sie nachhaltige Landwirtschaft hier fördern, ohne Umwelt und Lebensgrundlagen anderswo zu belasten.“


Alexander Schwarzlose, Vorsitzender NABU Schleswig-Holstein:

„Statt monotone Landschaften sollte die GAP strukturreiche Agrarlandschaften fördern, in denen Kiebitze und Feldhamster leben. Der Verlust von Arten in der Agrarlandschaft und die Belastung von Ostsee und Grundwasser mit Nährstoffüberschüssen sind erschreckend und können nur mit verbindlichen ökologischen Mindeststandards und einer konsequenten Umsetzung der Wiederherstellungsverordnung über die GAP gestoppt werden.“


Hintergrund:
Die Agrarministerkonferenz (AMK) berät im März unter anderem über die künftige Ausrichtung der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU. Gleichzeitig laufen auf europäischer Ebene die Verhandlungen zum mehrjährigen Finanzrahmen ab 2028, in dem auch die Mittel für die GAP und für Umwelt- und Naturschutzprogramme verhandelt werden. Natur- und Klimaschutzziele drohen dabei im Wettbewerb um knapper werdende Mittel zurückzufallen – umso wichtiger ist eine klare Schwerpunktsetzung der Länder zugunsten von Klima, Biodiversität und Wasserqualität.
 
Die gemeinsame Stellungnahme „Landwirtschaft mit Zukunft braucht gesunde Natur“ wurde von Bioland, BUND SH, BBN (Regionalgruppe Schleswig-Holstein), Bündnis Eine Welt Schleswig-Holstein, dem LNV SH, NABU Schleswig-Holstein, Naturland und der Landesnaturschutzbeauftragten erarbeitet. Sie knüpft an Forderungen der bundesweiten Verbändeplattform an, die seit Jahren eine Weiterentwicklung der GAP zu einer ökologisch wirksamen, sozial gerechten und krisenfesten Agrarpolitik einfordert.


0.2 MB - Gemeinsame Empfehlungen der Umwelt- und Agrarverbände in SH zur GAP ab 2028

Ihre Ansprechpartnerin

Eva Krautter - Foto: Kristina Tönnsen
Eva Krautter
Pressereferentin NABU Schleswig-Holstein Eva.Krautter@NABU-SH.de +49 4321-7572077


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