Die ersten Störche sind zurück
Die NABU-Senderstörche sind noch unterwegs – ihr Heimflug lässt sich online verfolgen
Senderstorch in Pahlen beim Abflug - Foto: Kai-Michael Thomsen
Die frühe Rückkehr einiger Vögel ist für die Weißstorchexperten des NABU nichts Ungewöhnliches: Durch die oft milden Winter in Europa hat sich das Zugverhalten über die letzten Jahre verändert. „Viele der so genannten Westzieher überwintern inzwischen in Spanien und Südfrankreich, wo sie auf den offenen Müllkippen genügend Nahrung finden“, erklärt Kai-Michael Thomsen, NABU-Referent für Storchenschutz. Den gefährlichen Flug nach Nordafrika treten sie somit gar nicht erst an, was eine frühere Heimkehr begünstigt. Eine positive Folge dieses Trends ist, dass sich die Population des NABU-Wappentiers in Schleswig-Holstein wieder erholt hat.
So besiedelten in der Brutsaison 2025 mit 583 Paaren gut doppelt so viele Weißstörche die Horste wie noch vor zehn Jahren, 451 von ihnen zogen insgesamt 951 Jungstörche auf. Der Bruterfolg hänge sowohl vom Wetter als auch entscheidend vom Nahrungsangebot ab, sagt Weißstorchexperte Jörg Heyna: „Es kommen zwar mehr Störche zurück, besiedeln neue Horst-Standorte oder bauen selbst Nester, etwa in Bäumen oder auf Reetdächern. Allerdings gibt die Landschaft nicht mehr Nahrung her, so dass pro Brutpaar weniger Jungstörche so lange gefüttert werden können, bis sie flügge werden.“ Das Geschehen in den Horsten wird während der Brutsaison regelmäßig von den ehrenamtlichen Gebietsbetreuer*innen der NABU-AG Storchenschutz dokumentiert und ausgewertet.
NABU-Senderstörche sind noch unterwegs – jetzt online verfolgen
Um die Flugrouten zu ermitteln und wissenschaftlich auszuwerten, führt das Michael-Otto-Institut des NABU in Bergenhusen das Senderstorchprojekt „Störche auf Reisen“ fort. Aktuell können so fünf mit einem Sender versehene Weißstörche online quasi in Echtzeit auf ihrem Rückflug verfolgt werden. Besonders weit gereist ist die in Tielen (Kreis Schleswig-Flensburg) brütende Störchin „Eva“, die sich derzeit noch in Tansania (Ostafrika) für ihren rund 10.000 Kilometer langen Rückflug stärkt. Dagegen befindet sich Senderstorch „Max“, der im Grenzgebiet zwischen Tschad und Kamerun überwintert hat, bereits auf dem Heimweg zu seinem Brutplatz in Schnarup-Thumby (Kreis Schleswig-Flensburg), wo er Anfang April erwartet wird. „Je nach Wetter legen Störche zwischen 100 bis 500 Kilometer am Tag zurück“, so Kai-Michael Thomsen. „Über der Wüste profitieren sie zwar von der Thermik, haben aber durch den Nordostpassat auch mit Gegenwind zu kämpfen.“ Gute Reise, Max!
Hier können die NABU-Senderstörche online verfolgt werden.
