Schleswig-Holstein.NABU.de Themen EU-Wasserrahmenrichtlinie Feuchtgebiete Niedermoore

Niedermoore

Niedermoore

Nicht Wasser - nicht Land

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Feuchtwiese mit Orchideen und Hahnenfuß

Intakte Moore wichtig
Intakte Niedermoore wie Feuchtwiesen, röhrichtbestandene Verlandungszonen eines Sees oder Bruchwälder sind wichtige Elemente in dem Wasserhaushalt der Natur, von denen auch der Mensch profitiert.

Niedermoore helfen beim Klimaschutz
Niedermoore speichern große Mengen Wasser in Hochwasserzeiten und filtern es, indem die Pflanzen gelöste Stoffe aus dem durchfließenden Wasser aufnehmen. Schwebstoffe setzen sich auf dem Boden ab. Das gefilterte Wasser sickert als sauberes Grundwasser in den Untergrund oder fließt über größere Gewässer ab. Niedermoore tragen zudem zum Klimaschutz bei, da sie in Pflanzen und Boden Kohlenstoff binden.

Niedermoore werden vom Grund- und nährstoffreichen Oberflächenwasser gespeist. Sie kommen in Senken, in Flusstälern oder im Verlandungsbereich von Seen vor. Gemeinsam ist ihnen der Reichtum an Pflanzen- und Tierarten. Das Wasser steht oder fließt langsam. Im Sommerhalbjahr können sie austrocknen.

Bedeutender Lebensraum
Niedermoore sind ein bedeutender Lebensraum für viele zeitweise oder ganzjährig ans Wasser gebundene Arten. Fast alle Amphibienarten und viele Sumpfvögel wie Brachvögel oder Kiebitz sind auf sie angewiesen.

Entwässerte Niedermoore können ihre Funktion als Wasserfilter und -speicher nicht mehr wahrnehmen. Es entweicht Kohlenstoff, der in der Atmosphäre zum Treibhauseffekt beiträgt. Durch den Rückbau von Entwässerungsmaßnahmen kann häufig eine schnelle Regeneration eingeleitet werden.

Der NABU Schleswig-Holstein begrüßt, dass auch das Land Schleswig-Holstein den Wert der Niedermoore erkannt und 2002 ein landesweites Programm zur Renaturierung aufgelegt hat.

Entwässertes "Unland"

Großteil der Moorflächen zerstört

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Entwässerung einer Feuchtwiese für die landwirtschaftliche Intensivnutzung. Der benachbart brütende Weißstorch ist aber für die Ernährung seiner Jungvögel auch auf diese feuchte Fläche angewiesen

Die Urbarmachung von Sumpflandschaften zur Gewinnung von Landwirtschafts- und Siedlungsflächen entlang von Flüssen, an Seen und in Niederungen war in den vergangenen Jahrhunderten in ganz Mitteleuropa eine Herausforderung. In der Kulturgeschichte Schleswig-Holsteins hat der Mensch immer gegen ein "Zuviel" an Wasser und Landschaft gekämpft. Im 20. Jahrhundert konnte die Entwässerung dank fortschreitender Technik perfektioniert werden. Ein Großteil aller Moorflächen wurde dadurch zerstört.

Gefährdet
Auch heute noch sind Niedermoore gefährdet durch:

  • Entwässerung für land- und forstwirtschaftliche Nutzung, Siedlung und Verkehr
  • Absenken des Grundwasserspiegels

Die Uferschnepfe

Bedrohte Vogelart der Feuchtgebiete

BildNr46

Die Uferschnepfe brütete früher in Hochmooren. Da dieser Lebensraum zerstört wurde, wanderte sie in die Feuchtwiesen ab

Merkmale
Die hochbeinigen Uferschnepfen leben auf feuchten Wiesen und halten sich zur Zugzeit auch am Meer und an Schlammflächen im Binnenland auf. Sie erreichen eine Körpergröße von 40 cm. Mit ihren langen, fast geraden Schnäbeln stochern sie im feuchten Boden nach Würmern, Schnecken, Larven und anderen Bodenlebewesen. Auch im flachen Wasser können sie sehr erfolgreich ihre Nahrung suchen und so sieht man sie im Wattenmeer durch das Wasser waten, das ihnen dann bis zum Bauchgefieder reichen kann. Leider sind die Uferschnepfen heute durch die systematische Trockenlegung der Feuchtwiesenbereiche sehr selten geworden und trotz intensiver Bemühungen des Naturschutzes sind sie im Bestand gefährdet. Nur noch im Bereich unserer Küsten sind Uferschnepfen zahlreicher anzutreffen.

Die Brut
Das Nest bauen die Männchen Ende April/Anfang Mai in heranwachsendem Gras und legen es mit trockenen Halmen aus. Beim Bebrüten der meist vier Eier wechseln sich Männchen und Weibchen ab. Nach 24 Tagen schlüpfen die Jungen, die dann von beiden Eltern noch vier Wochen geführt werden. Eier und Jungvögel fallen gelegentlich Möwen, Krähen und Rohrweihen zum Opfer, besondere Bedeutung haben Fuchs und Marder. Manche Gelege werden vom Weidevieh zertreten oder fallen Mähmaschinen zum Opfer. Wenn die Jungen im Alter von etwa vier Wochen fliegen können, löst sich die Bindung zwischen Eltern und Kindern in wenigen Tagen auf. Die Eltern aber sind monogam und treffen sich jedes Jahr an ihren Nistgründen wieder. Sie haben eine enge Bindung zu den angestammten Nistplätzen. Rd. 75% aller Paare kehren Ende Februar oder Anfang März zum vorjährigen Brutplatz zurück. Manche Uferschnepfen kommen bereits paarweise an.

Im allgemeinen brütet auf einem Hektar geeigneter Wiesenfläche ein Uferschnepfenpaar, allerdings können die Territorien in günstigen Lebensräumen noch deutlich kleiner sein. Im Unterschied zu den Altvögeln haben die Jungvögel keinerlei Bindung an den Ort ihrer Geburt und suchen meistens nicht einmal die nähere Umgebung auf. Bereits im August haben die Uferschnepfen ihre Brutheimat Richtung Afrika verlassen.

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