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Politik und Meeresschutz

+++ NABU-Aktion: Der Ostsee-Flipper braucht Sie! +++

Unser 'Flipper' braucht Sie!Ihre Hilfe für den Schweinswal

Ihre Hilfe für den Schweinswal - notwendiger denn je! ... Schweinswal stark gefährdet ... Immer weniger 'Flipper' in der Ostsee ... Tiere ertrinken in Stellnetzen ... Lärm gefährdet unseren kleinen 'Mobby Dick' ... Fischerei und Munitionsbeseitigung im Visier ... NABU startet Kampagne für umweltfreundliche Fischerei und Munitionsbeseitigung ... Jeder Betrag hilft! ... Noch heute Ihre Spende für den Erhalt des Schweinswals! mehr Mehr

Giftgas- und Munitionsversenkung durch die Bundesrepublik Deutschland

Auch Schleswig-Holstein Quelle und Verklappungsort für Altmunition | NABU dokumentiert Bericht in WATERKANT

Auch Schleswig-Holstein Quelle und Verklappungsort für Altmunition | NABU dokumentiert Bericht in WATERKANT

Die Legende, dass die Bundesrepublik Deutschland keine Munitionsversenkungen eigenverantwortlich durchgeführt hat, ist widerlegt, schreibt der Koblenzer Wissenschaftler Dr. Stefan Nehring in der Ausgabe 4 / 2008 der Zeitschrift WATERKANT. Nehring weist nach, dass nach Ende des Zweiten Weltkriegs auch die Bundesregierung in Bonn sowie einzelne Landesregierungen wiederholt derartige Aktionen angeordnet und abgewickelt haben. Auch Schleswig-Holstein ist Quelle und Verklappungsort für Altmunition. mehr Mehr

Muschelzucht im Naturschutzgebiet ''Beltringharder Koog''?

Nach jahrelangem "Brutausfall" im schleswig-holsteinischen Wattenmeer planen Muschelfischer Umzug in Küsten-Naturschutzgebiete | Umweltverbände melden Bedenken an | Schon Voruntersuchungen beeinträchtigen die ungestörte Entwicklung

Nach jahrelangem "Brutausfall" im schleswig-holsteinischen Wattenmeer planen Muschelfischer Umzug in Küsten-Naturschutzgebiete | Umweltverbände melden Bedenken an | Schon Voruntersuchungen beeinträchtigen die ungestörte Entwicklung

Seit acht Jahren hat es im schleswig-holsteinischen Wattenmeer keinen "Brutfall" bei Miesmuscheln gegeben: Junge Muscheln sind Mangelware. Nun sucht man Wege, Jungmuscheln selbst zu produzieren. Dies könnte nach Vorstellungen der Muschelfischer durch Anzucht von Jungmuscheln in Buchten oder Salzwasserlagunen wie die des Beltringharder Koogs erfolgen. NABU, BUND, Schutzstation Wattenmeer und Verein Utlande melden Bedenken an, ein bestehendes Naturschutzgebiet hierfür zu nutzen. mehr Mehr

Berliner Aufruf zum Meeresschutz

Fischerei und Eutrophierung für Umweltminister kein Thema?

Fischerei und Eutrophierung für Umweltminister kein Thema?

Der NABU begrüßt im Grundsatz die vom MLUR am 21. November 2006 als "Berliner Aufruf" zum Meeresschutz formulierten Forderungen an einen engagierten Meeresschutz. Verwundert nimmt der NABU aber zur Kenntnis, dass zwei der größten Probleme, die verfehlte Fischereipolitik und die überwiegend durch die Landwirtschaft verursachte Eutrophierung der Meere, keine Erwähnung gefunden haben. mehr Mehr

Lübecks Politiker schieben Beseitigung der Giftgasgefahr auf die lange Bank

Naturschutzverbände kritisieren Untätigkeit der Hansestadt als verantwortungslos und fahrlässig

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Lauert vor Travemündes Stränden eine tödliche Gefahr?

5. Februar 2008: Als "der Gefahrenlage nicht angemessen" kritisieren NABU, Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD) und Gesellschaft zum Schutz der Meeressäugetiere (GSM) das Stillhalten der Hansestadt Lübeck bei den Giftgasfunden in der Lübecker Bucht. Die Naturschutzverbände fordern die Hansestadt auf, unverzüglich Maßnahmen zu ergreifen, um die Giftgasflaschen orten und beseitigen zu lassen.

"Die Bergung von vornherein aus Kostengründen abzulehnen ist verantwortungslos und fahrlässig", kommentiert Petra Deimer von der GSM. Eine fachgerechte Einschätzung über die Gefahrenlage ist nur möglich, wenn Lage und Zustand der Flaschen bekannt sind. Ein pragmatisches Handeln sähe nach Ansicht der Naturschutzverbände so aus, mit den Wracksuchschiffen der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes unverzüglich die Flaschen im Umkreis der bekannten Versenkungsstelle orten zu lassen. Dann ist es Aufgabe des Munitionsräumdienst des Landes, den Zustand der Behälter zu prüfen und die Möglichkeit einer Bergung zu untersuchen. Erst danach kann man sich ein konkretes Bild über die Kosten einer Bergung verschaffen. Genehmigungsbehörde und Verursacher sind dabei gemeinsam in die Pflicht zu nehmen.

"Es ist eine Schande, dass eine Stadt, die in Travemünde auf den Tourismus setzt, das Thema nicht ehrlich und offensiv angeht. Je länger abgewiegelt wird, desto größer der Schaden für den Tourismus", warnt NABU-Landesvorsitzender Hermann Schultz. Die Stadt konterkariert mit ihrem Verhalten in Travemünde die Bemühungen zur Verbesserung des Tourismus. Anleger investieren im Seebad Travemünde dreistellige Millionenbeträge, während auf der anderen Seite das Thema ausgesessen werden soll.

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Veranstaltungen locken jährlich Tausende nach Travemünde.

Weitere Giftgasablagerungen vor Travemünde?
Nachdem GRD, GSM und NABU am 22. Januar 2008 die Stadt Lübeck zur Bergung des Giftgases aufgefordert hatten, erklärte Umweltsenator Thorsten Geißler in einem Radiointerview, der Senat wüsste seit Ende 2006 von der Giftgaslagerstätte: Es gehe von den Kampfmitteln keine Gefahr aus. Offensichtlich bezog sich Geißler dabei aber auf ein anderes, mit konventioneller Munition belastetes Gebiet in der Lübecker Bucht. Oder sind den Behörden noch mehr Giftgasversenkungen bekannt, von denen die Öffentlichkeit bisher nichts weiß?

Am 31. Januar 2008 befasste sich die Bürgerschaft auf Antrag der FDP erneut mit dem Thema. Ergebnis: Ein peinliches Weiterreichen der Verantwortung. Die CDU weist auf die hohen Kosten einer Bergung hin und will erst die Gefahrenlage auf Aktenbasis prüfen lassen. Die SPD sieht nur den Bund in der Verantwortung, weil der vermutlich 1961 die Genehmigung zur Versenkung in der Bundeswasserstraße erteilt hat. Passieren tut jedoch nichts.

Bei den vor Travemünde entsorgten Kampfstoffen handelt es sich 520 l Chlorgas und 10 l Phosgen, zwei besonders gefährliche chemische Kampfstoffe. "Metallflaschen am Grunde flacher Gewässer bleiben nicht für alle Zeiten dort. Wenn sie korrodiert an Deck eines Fischkutters gelangen oder an einem belebten Badestrand Gas entweicht, gibt es eine Katastrophe", erklärt Ulrich Karlowski von der GRD.

Bis zu 300.000 Tonnen chemische Kampfstoffmunition und mehrere 100.000 Tonnen konventioneller Munition werden als gefährliches Erbe zweier Weltkriege am Grund der Ostsee vermutet. Die meisten Chemiewaffen wurden zwischen 1945 und 1947 im Bornholmbecken und Gotlandtief sowie auf den Zufahrtswegen zu den Versenkungsgebieten verklappt. Aber auch an unseren Küsten tickt die Zeitbombe.

Naturschutzverbände fordern von Hansestadt Lübeck schnelle Beseitigung

Giftgas in der Lübecker Bucht

Kampfstoffbombe 250 kg

Kampfstoffbombe. In der Lübecker Bucht liegen Flaschen mit gefährlichem Giftgas.

22. Januar 2008: NABU, Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD) und Gesellschaft zum Schutz der Meeressäugetiere (GSM) fordern von der Hansestadt Lübeck die Beseitigung eines höchst gefährlichen Erbes aus dem Zweiten Weltkrieg. Nach Darstellung des Munitionsexperten Dr. Stefan Nehring aus Koblenz anlässlich des von den drei Naturschutzverbänden veranstalteten Symposiums "Neue Methoden der Munitionsbeseitigung in Nord- und Ostsee" wurden 1961 auf Anordnung der Hansestadt Lübeck 13 Flaschen mit insgesamt 520 l Chlorgas und je eine Flasche mit 10 l Lachgas bzw. 10 l Phosgen versenkt. Die Versenkung erfolgte vor der Travemündung in ca. 20 m Wassertiefe.

Bei Chlorgas und Phosgen handelt es sich um besonders gefährliche chemische Kampfstoffe, die im 1. und 2. Weltkrieg produziert wurden. Die Versenkung wurde damals offiziell als "Chemikalienbeseitigung" deklariert, damit sie nicht als Munitionsaltlast zu führen ist. So ist die Versenkungsstelle auch bis heute auf keiner amtlichen Seekarte verzeichnet. Die genaue Herkunft der Kampfstoffe ist nicht bekannt.

In einem Brief an den Lübecker Bürgermeister Bernd Saxe haben die drei Naturschutzverbände die Hansestadt Lübeck als Verursacher aufgefordert, umgehend die gefährlichen Kampfmittel zu bergen und für deren gefahrlose Beseitigung zu sorgen. "In 20 m Wassertiefe können Kampfstoffbehälter durch Strömungen abgetrieben werden. Die Gefährdung von Strandbesuchern durch angespülte Behälter lässt sich daher nicht restlos ausschließen", erklärt Petra Deimer von der Gesellschaft zum Schutz der Meeressäugetiere GSM.

Munition Verteilung

Munition -Lagerstädten und Verdachtsstellen (SZ nach Daten Stefan Nehring)

Strandungen möglich
Dass Kampfstoffreste an die Küsten getrieben werden, soll nach einer Studie des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) aus dem Jahr 1993 "praktisch auszuschließen" sein. Dies wird allerdings widerlegt durch mehrere Funde von Kampfstoffbomben an den Stränden von Rügen (1954), Bornholm (1992) und in Polen. Das Anspülen von Giftgas in der Lübecker Bucht ist jedoch nur ein Teil des Problems, das von den zahlreichen Munitionsaltlasten im Meer ausgeht. Spurenmetalle aus Munitionsteilen (z. B. Quecksilber aus Zündern oder Arsen aus den chemischen Kampfstoffen Clark oder Adamsit) reichern sich in Speisefischen und anderen Meeresorganismen an. Auch das zähflüssige Senfgas wird kaum abgebaut.

Konventionelle Sprengstoffe wie Trinitrotoluol sind Krebs erregend und wirken in der Meeresumwelt hoch toxisch. Sprengungen unter Wasser gefährden Meeressäugetiere. NABU - Landesvorsitzender Hermann Schultz: "Nachdem auf dem Symposium über neue Methoden zur Munitionsbeseitigung in Nord- und Ostsee gezeigt wurde, dass Techniken für die Bergung und Beseitigung von Altmunition zur Verfügung stehen, ist es nun Zeit zu handeln. Das Risiko für die Meeresumwelt und den Tourismus wird umso größer, je länger wir warten. Es ist bereits jetzt nicht mehr hinzunehmen."

Bis zu 300.000 Tonnen chemische Kampfstoffmunition und mehrere 100.000 Tonnen konventioneller Munition werden als gefährliches Erbe zweier Weltkriege am Grund der Ostsee vermutet. Die meisten Chemiewaffen wurden zwischen 1945 und 1947 im Bornholmbecken und Gotlandtief sowie auf den Zufahrtswegen zu den Versenkungsgebieten verklappt. Aber auch an unseren Küsten tickt die Zeitbombe.

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