Schleswig-Holstein.NABU.de Natur vor Ort Kormoran Biologie des Kormorans

Beschreibung und Besiedlungsgeschichte

Beschreibung und Geschichte der neueren Besiedlung

Wechselhaftes Schicksal

Kormoran2

Der Kormoran gehört zu den Vogelarten, die als vermeintliche Nahrungskonkurrenten in der Vergangenheit vom Menschen stark verfolgt wurden. Um die Jahrhundertwende war die Festlandunterart des Kormorans, Phalacrocorax carbo sinensis, in weiten Teilen Europas als Brutvogel verschwunden.

Brutversuche am Plöner See
Von den Niederlanden und Polen aus, wo sich kleine Brutkolonien halten konnten, siedelten sich in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts wieder Kormorane in Dänemark, Schweden, Ostdeutschland und Niedersachsen an. In Schleswig-Holstein war der Kormoran Ende des vorletzten Jahrhunderts als Brutvogel ausgestorben. 1890 wurde die letzte Ansiedlung am Flemhuder See beim Bau des Nord-Ostsee-Kanals vernichtet. Erst 1982 kam es, als Folge verbesserter Schutzbestimmungen und günstiger Nahrungsbedingungen, zum ersten Brutversuch am Großen Plöner See und 1983 zur ersten Kolonie im Naturschutzgebiet Selenter See.

Im Binnenland scheint die Erschließung neuer Nahrungsressourcen durch eine veränderte Jagdstrategie, der Schwarmjagd, den Populationsanstieg des Kormorans erst ermöglicht zu haben, während die Kormorane an der Küste auch weiterhin ganz überwiegend einzeln jagen.

Beschreibung
Typisch für den rd. 90 cm großen, schwarzglänzenden Kormoran ist sein kreuzförmiges Flugbild. Er besitzt ein weißes Kinn mit weißem Fleck an den Schenkeln. Im Gegensatz zu den meisten Wasservögeln ist sein Gefieder nicht wasserabweisend. Daher sitzt er oft aufgerichtet mit halbausgespannten Flügeln am Ufer oder auf Bäumen und Felsen. Charakteristisch ist auch die Hakenspitze am Schnabel, mit der er Fische besser ergreifen kann.

Die Brutzeit erstreckt sich von April bis Juni, Brutvögel sind an dem weißen Fleck am Schenkelansatz, dem sogenannten Brutfleck, zu erkennen.

Hier können Sie Kormorane hören!

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