Schleswig-Holstein.NABU.de Natur vor Ort Kormoran Biologie des Kormorans

So lebt der Kormoran

So lebt der Kormoran ...

Wissenswertes über einen verfemten Vogel

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Beschreibung und Geschichte der neueren Besiedlung

Wechselhaftes Schicksal

Typisch für den rd. 90 cm großen, schwarzglänzenden Kormoran ist sein kreuzförmiges Flugbild. Er besitzt ein weißes Kinn mit weißem Fleck an den Schenkeln. Im Gegensatz zu den meisten Wasservögeln ist sein Gefieder nicht wasserabweisend. Daher sitzt er oft aufgerichtet mit halbausgespannten Flügeln am Ufer oder auf Bäumen und Felsen. Charakteristisch ist auch die Hakenspitze am Schnabel, mit der er Fische besser ergreifen kann.

Der Kormoran gehört zu den Vogelarten, die als vermeintliche Nahrungskonkurrenten in der Vergangenheit vom Menschen stark verfolgt wurden. Um die Jahrhundertwende war die Festlandunterart des Kormorans, Phalacrocorax carbo sinensis, in weiten Teilen Europas als Brutvogel verschwunden. mehr Mehr

Brutbestand des Kormorans

Von 'Bestandsexplosion' weit entfernt

Vielfach wird behauptet, der Bestand des Kormorans "explodiere", d. h. in Schleswig-Holstein gäbe es ein unbegrenztes Wachstum des Kormoransbestandes. Das Gegenteil ist der Fall: Seit 1995 ist der Gesamtbestand in etwa gleichgeblieben. Es gab dabei erhebliche Verlagerungen der Kolonien, vor allem vom Binnenland an die Küsten von Nord- und Ostsee. Im Jahr 2007 nisteten in Schleswig-Holstein 2.524 Kormoranpaare an 13 Brutplätzen. Der Gesamtbestand nahm gegenüber dem Vorjahr um knapp 18 % ab. Rund 39 % (977 Paare) des Landesbestandes brüteten an der Ostseeküste, dort der niedrigste Bestand seit 1992. 38 % (953 Paare) nisten an der Nordseeküste / Unterelbe und nur noch 24 % (594 Paare) im Binnenland. Der Bestand im Binnenland, dem immer wieder zu Unrecht eine Schadwirkung nachgesagt wird, liegt damit deutlich unter dem für das Jahr 1995 festgestellten Maximum von rd. 1.200 Paaren (s. Grafik). Er hat nunmehr nach der Ansiedlung 1982 und dem folgenden Bestandsaufbau einen neuen historischen Tiefstand erreicht. mehr Mehr

Durchzügler und Wintergäste

Der Kormoran-Bestand außerhalb der Brutzeit

Der Kormoran-Bestand außerhalb der Brutzeit

Seit Ende der siebziger Jahre lässt sich die Entwicklung des Winterrastbestandes des Kormorans gut verfolgen. Bis Mitte der 80er Jahre traten Kormorane fast ausschließlich auf den Küstengewässern rund um Fehmarn auf. Erst seit Ende der 80er Jahre überwinterten - bedingt durch milde Winter ohne größere Vereisung - Kormorane auch im Binnenland. Die Küstengewässer beherbergten jedoch nach wie vor den größten Bestandsanteil. mehr Mehr

Nahrung

Bestandsrückgang beim Aal und Niedergang der Binnenfischerei

Kormorane ernähren sich überwiegend von Fisch. Sie sind in der Lage - abhängig von der an den meisten Seen in Schleswig-Holstein allerdings geringen Sichttiefe - bis zu 25 Meter tief zu tauchen und Fische mit dem Schnabel zu fangen. Der tägliche Nahrungsbedarf eines Kormorans liegt bei 330 - 350 g.

Kormorane sind Nahrungsopportunisten. Angepasst an das Nahrungsangebot nutzen sie zwei unterschiedliche Jagdstrategien: Großen Fischen stellen sie einzeln nach, auf kleine Schwarmfische jagen sie gemeinsam. Einzeln jagende Kormorane können damit über den Fang von Aalen die Binnenfischerei partiell beeinträchtigen. mehr Mehr

Auch neue Kormoran-Berechnungen überzeugen nicht

Falsche Annahmen des MLUR liefern ein verzerrtes Schadensbild

Das Landwirtschaftsministerium hat in seiner Antwort auf eine kleine Anfrage im Landtag erneut versucht, den angeblich vom Kormoran verursachten wirtschaftlichen Schaden zu belegen - und vermag mit seinen Berechnungen erneut nicht zu überzeugen.

Zwar wird erstmals die Zahl der "Kormorantage" näherungsweise richtig beziffert und damit zumindest in diesem Punkt der früheren Kritik des NABU gefolgt, doch gehen immer noch zahlreiche falsche Annahmen in die in Form von "excel"-Tabellen erstellten sechs Schadmodelle ein. mehr Mehr

Ein eingewandertes Monster?

Archäologische und historische Befunde zum Vorkommen in Schleswig-Holstein

Häufig wird suggeriert, der Kormoran sei keine heimische Vogelart. Er wird als “vermeintlicher Rückkehrer“ oder „eventuell nicht heimischer Vogel“ bezeichnet und man dichtet ihm „unnatürliche negative Einflussfaktoren“ an. Vielfach wird damit in unseriöser Art offenbar auf die Vorbehalte vieler Menschen gegenüber „dem Fremden“ eingegangen und man zeichnet das Negativimage eines Vogels, „der als Einwanderer unsere Heimat verfälscht und ausbeutet“. mehr Mehr

Können gut koexistieren: Kormorane und bedrohte Fischarten

Lebensraumausstattung und Fischerei bestimmende Faktoren | Nahrungsuntersuchungen geben keine Hinweise auf starke Prädation: Kormorane bevorzugen Seen und küstennahe Gewässer

Lachs

Lachs

Gelegentlich wird bei einer Begründung des Abschusses von Kormoranen an Fließgewässern auch argumentiert, der Kormoran sei hier für den Rückgang einiger geschützter Fischarten verantwortlich. Für einen derartigen Zusammenhang gibt es jedoch in Schleswig-Holstein keine Hinweise: Kormorane halten sich im wesentlichen auf den Seen und in küstennahen Bereichen auf. Sie nutzen nur ausnahmsweise kleinere und größere Fließgewässer zur Nahrungssuche.

Für Lachs, Fluss- und Meerneunauge, Maifisch, Nordseeschnäpel, Ostseeschnäpel und Meerforelle werden jedoch als Ursache für die Bedrohung vor allem fehlende geeignete Laichgewässer und Lebensraumstrukturen in den Gewässern oder negative gewässerbauliche Maßnahmen (Stauwehre etc.) sowie Belastungen durch starken Nährstoffeintrag angesehen. mehr Mehr

Sterblichkeit

Wie lange leben Kormorane?

Die Sterblichkeit (Mortalität) des Kormorans wird von unterschiedlichen Faktoren beeinflusst. Krankheiten, Parasiten, Beutegreifer wie der Seeadler, Nahrungsmangel, Eiswinter oder der Abschuss haben einen Einfluss darauf, wie alt Kormorane werden.

Die Mortalität ist altersabhängig. Vögel im ersten Lebensjahr sterben mit größerer Wahrscheinlichkeit als alte, erfahrene Tiere. In Gefangenschaft wurden einzelne Tiere bis 23 Jahre alt, für die freie Wildbahn ist bislang ein Alter von 18 Jahren belegt. Dies sind jedoch Extremwerte. mehr Mehr

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