Schleswig-Holstein.NABU.de Natur vor Ort Kormoran Fische und Vögel

Fische und Vögel

Vorurteile haben Tradition

Als Seeadler, Fischotter, Eisvogel und Haubentaucher noch verfolgt wurden ...

Als Seeadler, Fischotter, Eisvogel und Haubentaucher noch verfolgt wurden ...

Wer Attribute wie "... Fischfeinde ... gefräßig ... größter Feind der Teichwirtschaft ..." hört, mag zunächst an den Kormoran denken. Dessen Vorliebe für Fisch hat ihn bei Fischern, Teichwirten und Anglern nicht gerade beliebter gemacht. Doch wurden mit diesen Urteilen nicht nur der Kormoran, sondern heute unstrittig als schützenswert anerkannte Tierarten geächtet. mehr Mehr

Die Sache mit dem Aal ...

Schwimmblasenwurm, Glasaalfang und kaum mehr vorhandene Wandermöglichkeiten beeinflussen den Bestand | Nicht der Kormoran ist das Problem ...

Kormoran Speiballen

Kormoran-Speiballen

Größere Trupps von Kormoranen tummeln sich scheinbar entfesselt auf dem Wasser, immer wieder abtauchend, ständig in Bewegung - in den Sommermonaten kein ungewohntes Bild auf unseren Seen. Der Augenzeuge wird annehmen, dass dieser konzertierten Attacke kaum ein Fisch entkommen sein könnte, die Klagen der Fischer und Angler im Ohr: "Kein Wunder, das sich da der Aalfang nicht mehr lohnt!" Doch der Eindruck ist falsch. Die Jagd des großen Kormorantrupps gilt einem Jungfisch- oder Kleinfischschwarm, der gezielt eingekreist und irritiert wird, so dass die wirtschaftlich bedeutungslosen Fischchen leichter zu fangen sind. Aale und andere Speisefische mittlerer Größe können nur von einzeln tauchenden Kormoranen erbeutet werden. mehr Mehr

Kormorane und Teichwirtschaft

Punktuelle Schäden möglich | Flächenhafte "Bekämpfung" des Kormorans nicht verhältnismäßig

Die Ergebnisse wissenschaftlicher Untersuchungen zeigen deutlich, dass wirtschaftliche Schäden für die Fischerei an Seen, Fließgewässern und an der Küste allgemein nicht belegt sind. Eine Ausnahme können intensiv wirtschaftende Teichwirtschaften, und hier insbesondere die Fischzucht zur Produktion von Fischen für den Besatz, darstellen. Im Rahmen dieser Fisch-Bewirtschaftungsformen auftretende Schäden sind jedoch aus den herrschenden besonderen Bedingungen zu erklären: Hoher Fischbesatz bei gleichzeitig geringen Versteckmöglichkeiten für die dort unter wenig natürlichen Bedingungen gehaltenen Fische. mehr Mehr

Der Eisvogel

Fliegender Edelstein

Seitdem der Mensch begonnen hat, die Naturresourcen in Form von Fisch für sich zu nutzen, betrachtete er auch die Lebewesen, mit denen er sich die Fische teilen musste, mit Argwohn. Selbst der Eisvogel, - Vogel des Jahres 1973 -, der kleine Fische durch Stoßtauchen erbeutet, war lange Zeit vor den Nachstellungen nicht sicher. Noch in "Brehms Tierleben" von 1927 wird er - dem üblichen Nützlichkeites-Schädlichkeitsdenken jener Zeit geschuldet - als "gefräßig" beschrieben und teilte damit eine Ansicht, wie sie noch heute für den Kormoran gilt. Nach einer Ringfundauswertung aus dem Jahre 1980 wurden bis dahin rd. 13 % der wiedergemeldeten Tiere von Menschen getötet. Vor allem mit Mäusefallen, die auf Pfählen befestigt wurden, stellte man bis in jüngere Zeit den Tieren nach. Der Eisvogel ist heute im Anhang I der EU- Vogelschutzrichtlinie als besonders geschützte Art gelistet. mehr Mehr

Der See- und Fischadler

Unser Wappentier im Aufwind

Fischadler

Fischadler

Der Seeadler ist der größte Greifvogel Europas, zu erkennen an seinem "brettförmigen" Flugbild und bei Altvögeln an dessen weißem Schwanz. Er nistet großteils vor allem in störungsarmen, größeren Altholzbeständen, scheint aber in jüngerer Zeit zunehmend auch einige früher als wenig geeignet angesehene Horststandorte anzunehmen.

Im Gegensatz zum Seeadler hat der Fischadler, der sich in den nächsten Jahren auf Grund des Bestandsanstiegs in Mecklenburg-Vorpommern auch wieder nach Schleswig-Holstein ausbreiten könnte, bei Brehm (1927) einen schlechten Ruf. Hier wird er ähnlich wie der Kormoran noch heute als "größter Feind einer geordneten Teichwirtschaft" bezeichnet, der "allen Fischereibesitzern aus diesem Grunde verhaßter als jeder andere Raubvogel" ist. Man zahlte bis zu 6 Mark für den Abschuss eines Adlers. mehr Mehr

Der Haubentaucher

Brutvogel an vielen schleswig-holsteinischen Gewässern

Haubentaucher

Haubentaucher

Der Haubentaucher ist ein bei uns noch häufiger Brutvogel. Der Bestand wird in Schleswig-Holstein auf rd. 3.500 Paare geschätzt.

Wie so oft im Tierreich war es auch beim Haubentaucher die Mode, die seinen Bestand im 19. Jahrhundert gefährdete: Er wurde intensiv wegen seines strahlend weißen und sehr dichten Brust- und Bauchgefieders ("Taucherpelz") verfolgt, das vorwiegend für die Muffs vornehmer Damen verarbeitet wurde. Durch Jagdverschonung seit Beginn des 20. Jahrhunderts verbesserte sich die Situation. Seit den frühen 1970er Jahren ist eine anhaltende Bestandszunahme mit Ausbreitung des Brutareals nach West-, Süd- und Nordeuropa zu verzeichnen. In zahlreichen Gegenden stagniert mittlerweile diese Entwicklung oder die Brutpaarzahlen gehen sogar zurück. mehr Mehr

Der Gänsesäger

Seltener Brutvogel und häufiger Wintergast

Gaensesaeger

Gänsesäger

Der Gänsesäger ist in Schleswig-Holstein ein häufiger Wintergast aus Skandinavien. Wintertrupps können durchaus mehrere hundert Tiere umfassen. Im Land nistet aber nur ein geringer Brutbestand, der auf rd. 170 Paare geschätzt wird.

Als Höhlenbrüter ist die Art auf Altholzbestände in Gewässernähe angewiesen, der Gänsesäger nutzt aber auch spezielle Nistkästen zum Brüten. Nahe verwandt ist der Mittelsäger, der vor allem an der Küste zu finden ist und am Boden brütet. Der Zwergsäger kommt in strengen Wintern in unser Land. mehr Mehr

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