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Die Pflanze des Monats

Die Pflanze des Monats

Der NABU stellt Ihnen einige typische und auffallende Arten vor

Schwanenblume

Schwanenblume

Was blüht denn da? Auffallende und weniger bekannte Pflanzen lassen sich an Wegen, im Grünland, an Gräben, am Gewässer und im Wald finden. Der NABU stellt Ihnen einige Arten im monatlichen Wechsel vor.

April

Das Scharbockskraut (Ranunculus ficaria)

Scharbockskraut

An vielen großflächigen Stellen der Deiche und des Grünlandes leuchtet es uns sonnengelb entgegen: das Scharbockskraut, ein Hahnenfußgewächs.

Die durch Vitamin C Mangel entstehende Krankheit "Skorbut", bei der die Zähne ausfallen können, wurde früher "Scharbock" gennant. Die Blätter des Scharbockskraut sind sehr Vitamin C haltig und wurden deshalb in früherer Zeit von den Seeleuten mit auf die langen Schiffsreisen genommen, um sich vor Skorbut zu schützen.

Die jungen Blätter können zum Beispiel kleingehackt einem Salat beigemischt werden. Aber Achtung: Sie dürfen nur bis zur Blütezeit in kleineren Mengen verwendet werden, da sie danach unbekömmliche Gifte enthalten. In getrocknetem Zustand sind die Blätter allerdings ungiftig und können wie Tee genossen werden.

Die gelben Blüten bestehen aus 8 oder mehr Blütenkronblättern, die sich täglich bei Einsetzen der Dämmerung schließen. Die grünen Grundblätter haben eine herz- oder nierenförmige Gestalt. Necktardrüsen lassen Blüten und Blätter wie mit Wachs überzogen erscheinen.

Der Wurzelstock besteht aus länglichen Verdickungen, die als Stärkespeicher dienen. In Notzeiten wurden sie sogar zu Mehl verarbeitet. Das Scharbockskraut vermehrt sich über den Wurzelstock und über die sog. "Bulbillen". das sind getreidekorngroße Brutknöllchen, die in den Achseln der unteren Blätter entstehen, zu Boden fallen und sich zu neuen Pflanzen entwickeln.

Mein Garten-Tipp:
Unter Hecken und Büschen, oder an anderen Stellen im Garten, ist das Scharbockskraut ein früher, hübscher Frühlingsgruß. Die Blätter welken bereits nach wenigen Wochen, und die ganze Pflanze zieht sich ein, um dann im nächsten Jahr wieder zahlreich zu erscheinen.

Christa Bosch
NABU Haseldorfer Marsch
Tel.: 04129-9554911

März

Die Pestwurz (Petasitis hybridus)

Pestwurz blühend

Wie ein rundköpfiger Kolben durchstößt die giftige Pflanze im März/April den Erdboden und entfaltet nach und nach ihre schmutzig-rosafarbenen Blüten, die rispenartig um den Stängel sitzen. Die Blume gehört zur Familie der Korbblütler. Die reifen Früchte werden durch feine Härchen wie mit einem Fallschirm (Pappus) vom Wind davongetragen. Unterirdische Wurzelausläufer sorgen ebenfalls für die Vermehrung dieser Pflanze.

Erst nach der Blüte entfalten sich die riesigen gleichmäßig gezähnten Blätter, die mitunter einen Durchmesser von bis zu einem Meter erreichen können. Als Kinder haben wir die Blätter wie einen Schirm über unsere Köpfe gehalten oder sie uns wie ein Hut aufgesetzt. Die Pestwurz wächst an sehr feuchten Stellen, zum Beispiel an Bach- und Flussufern, an Grabenrändern, in Bruchwäldern oder in sehr nassen Wiesen. Sie ist ein Feuchtezeiger.

Pestwurz

Doch woher hat die Pflanze ihren Namen? Die wissenschaftliche Bezeichnung Petasitis kommt aus Griechischen. "Petasos" bedeutet "breitkrempriger Hut" oder "Sonnenschirm", wegen der großen Blätter. Im Mittelalter, als die Pest oft als Seuche in Europa wütete, sah man diese Krankheit als Geistwesen an, welches mit dem unangenehmen Geruch der Pestwurz vertrieben werden sollte.

Tatsächlich wurde aus den Blättern eine wirksame Medizin gegen Husten und Bronchialkatarrhen gewonnen. Neuerdings gewinnt die Pestwurz wieder an Bedeutung als Mittel zur Krampflösung und zur Beruhigung.

Mein Gartentipp:
Füllen Sie eine Maurerbütt mit einem Gemisch aus altem Mörtel (auch mit Steinen), Erde, Sand, Lehm und viel Wasser und setzten Sie in dieses "Sumpfbeet" ein Stück einer Pestwurz, die Sie unterwegs entdeckt haben. Durch die Begrenzung des Kübels kann die Pflanze nicht ihren Garten überwuchern, und Sie können sich trotzdem aus nächster Nähe daran erfreuen und beobachten, wie Bienen und diverse Fliegenarten die Blüten aufsuchen. Der Bottich darf allerdings nicht austrocknen.

Christa Bosch
NABU-Naturzentrum Haseldorfer Marsch
Tel. 0 41 29-9 55 49 11

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