Schleswig-Holstein.NABU.de Natur erleben Stunde der Gartenvögel Auswertungen
Jahre 2004 bis 2008
Stunde der Gartenvögel: Auswertung der Ergebnisse aus den Jahren 2004 - 2008
Hinweise auf Bestandstrends in Schleswig-Holstein | Deutliche bundesweite Unterschiede | Kein Problem mit Rabenvögeln
Star
Die Jahre 2004 bis 2008
Mit fortschreitender Zahl der Beobachtungsjahre wird es immer interessanter, sich Veränderungen in der relativen Häufigkeit von Vogelarten anzusehen. Nach fünf Jahren können erste Trends aus den Daten herausgelesen werden. Es gibt erste Zahlen, die sich vorsichtig interpretieren lassen. Demnach zeigen über den Gesamtzeitraum 2004 bis 2008 von den 18 am häufigsten registrierten Vogelarten bislang mit dem Haussperling und der Singdrossel nur zwei Arten einen (sehr leichten) Abwärtstrend in der Zahl der nachgewiesenen Tiere pro Garten. Zwölf Arten (Amsel, Kohlmeise, Blaumeise, Buchfink, Elster, Rabenkrähe, Rauchschwalbe, Rotkehlchen, Zaunkönig, Dompfaff, Feldsperling, Hausrotschwanz) bleiben danach im Bestand in etwa unverändert, während sich bei Grünfink, Mehlschwalbe und Ringeltaube ein leichter und beim Star ein deutlicherer positiver Bestandstrend andeutet. Der kalte Winter 2005/2006 hat offenbar Spuren hinterlassen: Sieben Arten nehmen in diesem Zeitraum ab, sechs Arten bleiben unverändert und nur bei fünf Arten hält der insgesamt positive Trend auch über diesen Zeitraum an.
Vogelarten unterschiedlich häufig
In den fünf Erfassungsjahren bestätigt haben sich Unterschiede in der Verteilung verschiedener Vogelarten auf dem Gebiet der Bundesrepublik: Während Arten wie Dohle, Buchfink, Zilpzalp und Zaunkönig in Schleswig - Holstein wie in Teilen von Norddeutschland überdurchschnittlich häufig sind, haben es Hausrotschwanz, Girlitz und Mauersegler gegenüber dem Süden schwerer, in Schleswig - Holstein Fuß zu fassen.
Rabenvögel kein Problem
Bezeichnend auch die Ergebnisse bei den als „Problemvögeln“ eingeordneten Rabenvögeln. Der Bestand der Elster bleibt nahezu unverändert, die Rabenkrähe nimmt gegenüber dem Vorjahr nur leicht ab. Elster und Rabenkrähe sind damit seit Beginn der Aktion im Bestand weitgehend stabil – und der übrigen Vogelwelt im Siedlungsbereich geht es trotzdem gut. Die ermittelten Schwankungen bei den Vogelbeständen liegen insgesamt betrachtet im Bereich des normalerweise zu Erwartenden. Damit zeigt aber auch die von der Landesregierung 2005 geänderte Landesjagdzeitenverordnung, die den Schutz der beiden Rabenvogelarten Rabenkrähe und Elster stark herabsetzte, im Siedlungsbereich keine Wirkung: weder bei den verfolgten Rabenvögeln, noch den angeblich im Bestand durch sie bedrohten Gartenvögeln. Demgegenüber sinkt der Elsternbestand in der freien Landschaft auch wegen massiver illegaler Verfolgung selbst in der Brutzeit nach ersten Ergebnissen weiter ab, ohne dass davon dort bislang die andere Singvogelarten profitieren.
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