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Erfahrungen mit festen Amphibienleitsystemen

Erfahrungen mit festen Amphibienleitsystemen

von Dr. Kuno Brehm

Erdkroete

Erdkröte (Foto: Ingo Ludwichowski)

Nach mehreren Jahren des Aufbaues von provisorischen "Krötenzäunen" wurden auf Initiative des Unabhängigen Kuratoriums Landschaft Schleswig-Holstein e.V. , teilweise in Zusammenarbeit mit dem NABU, im Zeitraum von 1978 bis 1987 im Raum Emkendorf-Rendsburg vier feste Amphibien-Leitanlagen gebaut. Die Anlagen bei Brux, Deutsch-Nienhof und Diekendörn liegen im Randbereich der Endmoräne, das Westerrönfelder Gebiet liegt in einem Niedermoorgebiet der Wehrau. Der Bau der Anlagen war als ausgeprägtes Experimentierfeld zu betrachten. Nachfolgend soll über die Erfahrungen berichtet werden, die mit diesen Einrichtungen gemacht worden sind. Daraus wird ein Katalog von Anforderungen abgeleitet, die an feste Leitanlagen und Tunnel zu stellen sind. Die umfangreiche Literatur zum Thema ist berücksichtigt worden, soll hier aber nicht im einzelnen diskutiert werden.

Das Wanderverhalten entlang dem Leitzaun am Hopfenkrug-Teich (1985/86)
Bei Erdkröten erreichte das Maximum der anwandernden Weibchen sein Maximum vier Tage später als bei den Männchen. Entlang dem 193 m langen Leitzaun bis zum Tunnel war kein deutlicher Unterschied in der Wandergeschwindigkeit festzustellen. Sofern Einzeltiere über ca. 25 bis 35 Meter bei der Wanderung direkt beobachtet werden konnten, wurden Geschwindigkeiten von 22 m/Std bis 36 m/Std festgestellt. Bei insgesamt 27 Messungen wurden sechsmal Werte von 32 m/Std bis 37 m/Std gemessen. Dieses scheint für Erdkröten-Männchen die höchst erreichbare Geschwindigkeit zu sein.

Entlang dem 193 Meter langen Leitzaun wurden 24 Erdkröten-Männchen auf Warteposition beobachtet. Wartende Männchen fanden sich nur innerhalb einer Entfernung von 125 m vom Tunnel. Regelmäßig wurden Wartezeiten zwischen 30 und 80 Minuten registriert, sie gingen aber auch auf 180 Minuten hinauf. Diese Werte sind Mindestzeiten, da die Kontrollgänge im Abstand von etwa 15 Minuten erfolgten. In fünf Fällen konnten Erdkröten-Paare in "Huckepack" über mindestens 20 Meter Distanz am Zaun entlang beobachtet werden. Deren Wandergeschwindigkeit lag recht einheitlich bei 19 bis 24,5 m/Std, wobei sich die Beobachtungsstrecken über die gesamte Länge des Leitzaunes verteilten. Einzeltiere lassen sich oftmals ohne jede künstliche Markierung am Färbungsmuster, an einer fehlenden Zehe, einem Sandkrümel oder einem mitgeschleppten Blatt- oder Mulmrest auf dem Rücken oder Kopf unterscheiden. In allen Fällen wanderten die Tiere direkt am Leitzaun entlang. Nur selten versuchten die Tiere unterwegs, die Leitwand zu erklimmen.

Passage der Betonröhre am Hopfenkrug-Teich (1,0 m Durchmesser/ 14 m Länge)
Im Jahr 1985 wurden 195 Erdkröten und 19 Grasfrösche beim Passieren des Tunnels beobachtet. Bei den Erdkröten betrug das Geschlechterverhältnis Männchen:Weibchen 149:46. In der Saison 1986 wurde die Anwanderung zum Hopfenkrug-Teich intensiv an zwei Leitzäunen registriert. Der eine schloss den Betontunnel ein, der zweite diente als Kontrollanlage im benachbarten Wald. Da der Teich relativ klein ist, läßt sich, vom Tümpelmittelpunkt aus gesehen, den beiden Leitzäunen ein bestimmter Sektor zuordnen, innerhalb dessen die Amphibien gezählt wurden. Bei der Tunnelanlage wurden diejenigen Tiere gezählt, die den Tunnel passiert hatten; beim Kontrollzaun wurden die angewanderten, in Fangeimer gefallenen Amphibien gezählt. Der Leitzaun mit dem Betontunnel erfasste einen Sektor von 70o, der Kontrollzaun einen Sektor von 40o. Insgesamt passierten 131 Erdkröten (Männchen :Weibchen =120:11), 1 Kammolch und 1 Grasfrosch den Tunnel. Am Kontrollzaun wurden 89 Erdkröten (Männchen : Weibchen = 74:15), 2 Kammolche und 3 Grasfrösche gezählt. Setzt man die Anwanderung am Kontrollzaun gleich 100%, so errechnet sich für die Tunnelpassage durch den Betontunnel eine Quote von 84%. Dieser Wert von 84% liegt erheblich unter der Quote für den ACO-20 cm-Polymertunnel von Diekendörn (s. nachfolgendes Kapitel), deren errechneter Wert bei >100% liegt. Es ist nicht auszuschließen, dass ein Teil der Erdkröten wegen der Störung ihrer geomagnetischen Orientierung beim Auftreffen auf den mit Eisen armierten Betontunnel abgeschreckt wurde. Auch mag das Fehlen eines Eingangselementes dazu beigetragen haben, daß ein Teil der Tiere den Tunneleingang nicht bemerkt hat.

Mehrfach wurden Zögerphasen im Eingangsbereich des Tunnels beobachtet. Für Grasfrösche wurden Werte zwischen 20 und 45 Minuten für die Durchquerung des 14 m langen Tunnels gemessen, Erdkröten benötigten Zeiten zwischen 20 und 30 Minuten. Der größere Teil der Hinwanderer passierte den Tunnel nach 23 Uhr. Die Morgenkontrollen an den fünf Haupttagen erbrachten 134 von 149 Tunnel-Durchwanderern.

Teichmolch

Teichmolch (Foto: Ingo Ludwichowski)

Die Amphibienleitanlage am Wulfsteich
Nach einer auffallenden Zahl wandernder Kammolche, Teichmolche, Knoblauchkröten, Erdkröten, Grasfröschen, Moorfröschen und Grünfröschen in den Jahren 1986 und 1987 wurde im Mai 1987 eine feste Anlage aus 300 m Bohlenzaun und einem Stahlwellblechtunnel von 1,2 m Durchmesser gebaut. In der Saison 1989 wurden entlang dem 300 m langen Bohlen-Leitzaun und weiteren 500 m provisorischem Leitzaun die Zahlen der anwandernden Amphibien ermittelt.

Die hohen Akzeptanzwerte belegen, dass der Tunnel offenbar kein Hindernis für die wandernden Amphibien bedeutet. Die Bedenken wegen der möglichen Störung der geomagnetischen Orientierung durch eisenhaltiges Baumaterial sind nach diesen Werten nicht berechtigt.

Die Amphibienzahlen an der Leitanlage Diekendörn
An der 360 Meter langen Leitanlage Diekendörn wurden mehrfach die anwandernden Amphibien gezählt. Dabei ergaben sich sowohl hinsichtlich der Artenzahl als auch der Individuenzahl ansehnliche Daten.

Passage des ACO Tunnels bei Diekendörn ( 0,2 m Durchmesser/ 10 m Länge)
In der Saison 1988 waren während der Wanderung zum Laichgewässer entlang einem 360 Meter langen Leitzaun 7 Fangeimer auf der Seite der Anwanderung installiert (entsprechend 292 Meter bzw. 81 % der Gesamtzaunlänge). Für den Endabschnitt von 68 m Länge (entsprechend 19 % der Gesamtzaunlänge) stand den Amphibien der Tunnel zur Verfügung. Am Tunnelausgang wurden die Amphibien aufgefangen, die den Tunnel passiert hatten.

Der hier verwendete Tunnel einschließlich des zugehörigen Eingangselementes ist von den Amphibien offenbar in einem hohen Maße angenommen worden. Dass die Werte bei der Mehrzahl der Arten über 100% liegen, mag u.a. den Grund gehabt haben , dass der Tunnel in dem Bereich angelegt worden war, in dem das Anwandern bekanntermaßen am stärksten war. Hier wanderten durchschnittlich 7,6 Tiere pro Meter Leitzaun an, während auf der übrigen Strecke nur 6,6 Tiere pro Meter registriert wurden. Offenbar sind die artspezifischen Unterschiede noch erheblich größer. Im Jahre 1996 wurde ein weiterer ACO-50-cm-Tunnel fertiggestellt, der eine lichte Weite von 0,5 m hat. Danach sind noch keine Zählungen vorgenommen worden; in der Literatur wird über die Akzeptanz berichtet.

Kreuzkroete

Kreuzkröte (Foto: Ingo Ludwichowski)

Die Wanderung von Jungtieren in mehreren Anlagen
Allgemein ist der Wanderung von Jungtieren geringe Aufmerksamkeit geschenkt worden. Im Rahmen der Beobachtungen am Hopfenkrug-Teich wurde das Verhalten der Jungtiere an einem Leitzaun aus KARLOLITH-Beton-Formsteinen untersucht. Die Einzelsteine haben eine Baulänge von 30 cm, auf der Außenseite haben sie eine Hohlkehle von 15 cm Höhe. Diese war erstaunlich wirksam, solange nicht Gras, Kraut, Laub oder Zweige darüberhängend eine Brücke boten. Selbst Grasfrösche vermochten die Betonsteine, wenn diese in eine Böschung eingebaut waren, nicht klimmend zu überwinden. Die Jungfrösche krabbelten in der Hohlkehle entlang und versuchten immer einmal, die Wölbung zu erklettern. Dabei fielen sie jedoch stets herunter und wichen dann oftmals seitlich aus. Bei der Längswanderung in der Hohlkehle übergingen sie die Fugen, die bei Installation in engen Kurven 5 - 8 mm breit waren. Die Fugen waren mit Erde hinterfüllt. Keinesfalls erkannten die Jungtiere die Fugen als Möglichkeit zum "Aufstieg". In einer Versuchsanlage akzeptierten die kleinen Kröten einen ACO-20-cm-Tunnel von 8 m Länge ohne Zögern als Wanderweg; innerhalb von 2 Stunden wurden ca. 120 durchgewanderte Jungkröten gezählt. Ähnlich unkompliziert wanderten die Jungkröten auch durch den 1 m Betonrohr-Tunnel.

Die Wanderung an der Leitanlage Westerrönfeld (480 m Leitzaun, aktuell mit einem Betontunnel 1 m Durchmesser / 18 m Länge)
Der Erlenbruchwald im ehemaligen Schießstandgelände enthält mehrere Laichgewässer. Vor dem Bau der Tunnel wurde in der Saison 1989 eine Teilzählung der anwandernden Amphibien durchgeführt: 1 Knoblauchkröte, 3 Erdkröten, 331 Grasfrösche und 22 Moorfrösche. Weitere Daten und Beobachtungen des Teichmolches liegen aus vorhergehenden Jahren vor. In den Folgejahren hat die zuständige Straßenverwaltung sporadische Zählungen der Tunnelpassagen durchgeführt. Nach ihren Ergebnissen hat die Behörde um 1999 beschlossen, die zwei ACO-20cm-Tunnel zu verfüllen und alle Amphibien zum 1m-Betontunnel zu leiten. Angesichts eines 480 Meter langen Leitzaunes ist dieser Zaun eher eine Barriere als eine Hilfe zum Biotopverbund. Immerhin werden die Tiere von der stark befahrenen Bundesstraße abgehalten.

Schlussfolgerungen
Aus der Datenfülle zu den vier hier beschriebenen Amphibien-Leitanlagen sollte hier nur ein Ausschnitt gezeigt werden. Da diese Anlagen teilweise seit über 20 Jahren bestehen, haben sie einen besonderen Wert für Effizienzkontrollen. Insgesamt besteht zu allen Anlagen ein großer Untersuchungsbedarf, zumal die jeweils gefundenen Ergebnisse oftmals schwierig zu deuten sind. Wegen der offensichtlichen Akzeptanz werden alle hier beschriebenen Anlagen in einem arbeitsfähigen Zustand erhalten, indem die Vegetation alljährlich gemäht wird und Schäden repariert werden.

Wechselkroete

Wechselkröte (Foto: Ingo Ludwichowski)

Anforderungskatalog
Aus der langjährigen Beschäftigung mit Amphibien-Leitanlagen lässt sich ein Anforderungskatalog für Leitanlagen, Tunnel und Stopprinnen ableiten. Von den nachfolgend aufgeführten Kriterien sollten möglichst viele erfüllt sein:

Leitzäune

  • Leitzaun sollten stets in die Böschung eingebaut werden.

  • Man vermeide freistehende Sperrzäume.

  • Leitzäune müssen stark genug gebaut sein, um den Böschungsdruck auszuhalten, auch wenn einmal ein Fahrzeug in die Nähe gerät. Gegen Schäden durch Lkw ist keine Anlage gefeit.

  • Es gibt mehrere Hersteller funktionsfähiger Anlagen. In der Literatur liest man immer wieder ungerechtfertigte, einseitige Empfehlungen bestimmter Bautypen.

  • Nicht eindeutig geklärt ist die Frage, ob Amphibien bei ihrer Orientierung im geomagnetischen Feld durch Eisenteile in der Leitanlage gestört werden.

  • Leitzäune sollen am Erdboden eine natürliche Boden-, Kraut-, Laubstruktur aufweisen.

  • Leitzäune müssen so gebaut sein, dass die Tiere, wenn sie doch einmal die Straße erreicht haben, diese hindernislos verlassen können

  • Leitzäune müssen eine genügende Höhe (mindestens 45 cm ) haben.

  • Leitzäune müssen Schutz vor übermäßiger Besonnung bieten (Jungtiere wandern im Sommer während des Tages und sind evtl. der Besonnung ausgesetzt).

  • Leitzäune sollen die Tiere davor schützen, allzuleicht zur Beute von Krähen, Amseln, Enten werden (Junge Amphibien im Sommer).

  • Einzelplatten müssen gut auf Stoß zusammengefügt sein, möglichst ohne Fugen oder Ritzen.

  • Auch die Sondereinrichtungen, wie Zuführung zum Tunneleingang, Kurven, Einmündungen von Seitenwegen, Überbrückung von Gräben müssen bautechnisch gut angepaßt sein.

  • Unter der Straße hindurchführende Gräben sollten stets auf beiden Ufern einen nicht überfluteten Randstreifen haben.

  • Es sollte eine Infotafel installiert werden, damit zumindest gutwillige Autofahrer, die evtl einen Schaden verursacht haben, diesen dem Betreiber melden können.

  • Leitzäune müssen chemisch indifferent sein.

  • Leitelemente sollten einen scharfen rechten Winkel zwischen der Bodenplatte und der aufsteigenden Sperrwand aufweisen (bei gerundeter Ausformung weden die an der Wand entlang laufenden Amphibien zu ständigen Versuchen verleitet, die Wand zu erklettern ).

  • Leitzäune sollten aus Baueinheiten bestehen, die es erlauben, den Verlauf des Zaunes dem unebenen und kurvigen Verlauf des Bodens anzugleichen (Böschungen, Unebenheiten, Wegeeinmündungen).

  • Leitzäune sollten so gebaut sein, daß sie ohne Einsatz großer Maschinen repariert werden können.

  • Leitzäune sollen eine möglichst geringe Gefährdung für Fahrradfahrer darstellen (Abstand von Radwegen!).

  • Leitzäune sollten nach außen gewölbt sein, um ein Überklettern durch Amphibien unmöglich zu machen.

  • Leitzäune müssen so gestaltet sein, dass die Bankette gemäht werden können.

  • Leitzäune bedürfen einer regelmäßigen Kontrolle und verursachen Kosten für Reparaturen.

  • Leitzäune müssen mindestens einmal jährlich gereinigt werden.


Tunnel
  • Im Abstand von etwa 50 Metern sollten Tunnel in den Leitzaun eingebaut werden.

  • Das Tunnelklima soll dem des Umfeldes entsprechen:

  • ... - Die Luft im Tunnel soll möglichst nicht kälter als die Außenluft sein.
    ... - Tunnel sollen hohe Luftfeuchte haben.
    ... - Im Tunnel darf keine Zugluft herrschen.
    ... - Tunnel sollen ggf. den Geruch des Laichgewässers heranführen.
    ... - Tunnel dürfen nicht vollständig dunkel sein.
    ... - Tunnel sollen im Boden eine Verbindung zum darunter liegenden Erdreich haben.
    ... - Tunnel sollen nicht unnötig tief im Erdreich liegen.

  • Tunnel sollen aus chemisch indifferentem Material bestehen.

  • Tunnel sollen so gebaut sein, dass sie gereinigt werden können.

  • Tunnel müssen den Stabilitätsanforderungen nach DIN 19580 genügen.

  • Tunnel dürfen nicht wasserführend sein.

  • Tunnel müssen nicht rechtwinklig zur Wegachse eingebaut werden! Sie können auch schräg verlaufen, in Richtung auf das Laichgewässer.

  • Tunnel sollen die geomagnetische Orientierung der Tiere nach Möglichkeit nicht stören. Im Bereich eines Tunneleinganges tritt bei Verwendung eisenhaltigen Baumaterials eine Inhomogenität des Magnetfeldes auf, die die Tiere abschrecken kann.

  • Tunnel sollen die olfaktorische Orientierung der Tiere nicht stören.

  • Tunnel sollen die optische Orientierung der Tiere nicht stören.

  • Tunnel solln die taktile Orientierung der Tiere nicht stören.

  • Tunnel sollen möglichst nicht der akustische Belastung durch den rollenden Verkehr ausgesetzt sein.

  • Tunnel sollen so gebaut sein, dass Länge und Durchmesser proportional zueinander passen.

  • Tunnel sollten im Bereich des Einganges Vorrichtungen aufweisen, die den Tieren das Hineinwandern erleichtern. Dieses ist bei Verwendung von Eisen im Baumaterial besonders wichtig, da die Tiere durch die Inhomogenität im geomagnetischen Feld evtl. gestört werden.

  • Tunneleingänge und -ausgänge sollten so gestaltet sein, dass die Bankette gemäht werden können.

  • Tunnel bedürfen einer regelmäßigen Kontrolle und verursachen Kosten für Reparaturen.

  • Tunnel müssen mindestens einmal jährlich gereinigt werden.

  • Manchmal werden Silvesterknaller in Tunneln gezündet!

  • Große Tunnel werden gelegentlich von obdachlosen Menschen bezogen!

Stopprinnen
  • Stopprinnen sind als Fortführung des Leitzaunes durch einmündende Seitenwege/-straßen aufzufassen und werden parallel zur Hauptstraße in die Seitenstraße eingelassen.

  • Die anwandernden Amphibien sollen durch einen Gitterrost in die darunter führende Rinne fallen und dort ihre Wanderung fortsetzen.

  • Die Stopprinne ist ca. 50 cm breit.

  • Eine Abdeckplatte von 50 cm Breite erfordert ein hohes Maß an Stabilität z.B. für Lkw (Holzabfuhr aus Seitenwegen u.ä.).

  • Als Material kommt verzinkter Stahl zur Anwendung.

  • Der Abstand der Längsstege beträgt ca 6 cm, der Abstand der Querstege beträgt ca 5 cm; es entsteht also ein Rechteckmuster von 6 cm mal 5 cm.

  • Um das Überklettern des Gitters zu verhindern, dürfen die Längsstege nicht durchgehend verlaufen, sondern jeder Längssteg sollte auf ein Öffnung von 12 cm mal 5 cm stoßen, damit Tiere, insbesondere auch Jungtiere, dann "über die Kante kippen" und in die darunter entlang führende Querrinne fallen können.

  • Die Gitterroste müssen fest verschraubt sein (Verkehrssicherheit! Erschwerung von Vandalismus!).

  • Der Rost selbst sollte ein wenig über die umlaufende Betonkante hinausragen, da dieser den Abrasionskräften der darüber fahrenden Fahrzeuge besser widersteht.

  • Die unter der Stopprinne verlaufende Rinne sollte gut zu reinigen sein, evtl. mit Wasserschlauch oder nach vorübergehendem Abschrauben der Gitterroste.

  • Bei geschicktem Einbau fließen Wasser und Schmutz von alleine seitlich aus der Rinne heraus.

  • Jede technische Anlage erfordert eine Beaufsichtigung. Aus versicherungstechnischen Gründen stets auch Buch führen über die stattgehabten Kontrollen.

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